- Wissen
- Talentprobe
- Starthilfe
Wie Sie sich vor einem negativen Image schützen können
Viele sind überrascht, wenn sie herausfinden, welche Informationen man über sie sammeln kann. Dabei „verschulden“ sie diese Spuren meist selbst, indem sie unbekümmert und offenherzig persönliche Daten oder Details aus ihrem Privatleben ausplaudern. Den letzten Krach mit der Freundin oder den Eltern in einer Gruppe zum Thema machen? Denken Sie daran, wer das alles lesen wird. Wenige machen sich die Mühe und lesen die Hinweise zu den Sicherheitseinstellungen und zum Datenschutz. Ein großer Fehler – denn dann wüssten sie, dass die meisten Betreiber von Websites bei einem eventuellen Verkauf Ihre Daten gleich mitverkaufen. Achten Sie auf die Voreinstellungen der Betreiberseite. Durch die Voreinstellung des Online-Büchermarktes Amazon war vor März 2008 jede Wunschliste öffentlich. Mittlerweile ist sie von Haus nur für den Kunden einsehbar. Trotzdem machen viele Nutzer sie mit Absicht öffentlich. Überlegen Sie sich das gut. Chat-Programme wie ICQ, AIM, Skype oder MSN-Messenger sind sehr beliebt. Bei XING können Sie Ihre entsprechenden Nummern und Adressen sogar im Profil angeben. Gechattet wird meist schnell und spontan. Gehört ein Personalchef – vielleicht „undercover“ - zu Ihren Kontakten, sagen ihm unüberlegte Äußerungen, Gefühlsausbrüche und Ihre Meinung zu bestimmten Themen viel über Ihre Persönlichkeit.
Hinweise über Sie können im Internet aber auch gezielt gelegt werden. „Mobbing“ ist ein großes Thema und gerade die Internetplattform „SchülerVZ“ hat schon für reichlich Wirbel gesorgt. Gönnt Ihnen jemand ihren beruflichen Erfolg nicht oder gibt es privaten Stress, können Fotos von Ihnen oder gefakte und üble Nachrichten auf virtuellen Pinnwänden oder in Läster-Gruppen sehr schnell negative Folgen für Sie haben. Sich dagegen zu wehren, wird sehr schwer.
Mit ein paar einfachen Regeln können Sie herausfinden, was über Sie im Netz steht und wie Sie sich in Zukunft vorsichtiger verhalten: Googeln Sie sich selbst oder geben Sie Ihren Namen in Personensuchmaschinen wie www.yasni.de oder www.123.people.de ein. Sie erhalten sofort eine Trefferliste mit allen Einträgen über sich. Googeln Sie sich regelmäßig. So wissen Sie immer, wie es um Ihren Ruf im Netz bestellt ist.
Geben Sie in Plattformen wie Schüler- oder StudiVZ, wer-kennt-wen oder Facebook etc. so wenig private Informationen wie möglich ein oder nur solche, die ein positives Licht auf Sie werfen. Verwenden Sie Nicknames für Ihren Account. Wenn diese jedoch bekannt werden, haben Sie wieder das gleiche Problem. Bei XING sind Nicknames auch gar nicht erwünscht. Geben Sie niemals Ihren Nickname und Ihren richtigen Namen zusammen an bzw. verraten Sie keine Details über sich, die es Bekannten oder Vorgesetzten leicht machen, Sie zu identifizieren – das gilt auch für Ihre ICQ-Adresse. Prüfen Sie die Sicherheitsstandards, bevor Sie Ihre Passwörter, Ihre Konto- oder Telefonnummer preisgeben.
Überprüfen Sie die Möglichkeiten, in Ihren Einstellungen wichtige Daten zu verschlüsseln und nur wirklichen Freunden oder vertrauenswürdigen Personen freizuschalten. Ein Profil bei Facebook kann sich offiziell nur ein „Freund“ betrachten. Seien Sie deswegen vorsichtig, wen Sie sich hier zum Freund machen!
Achten Sie auf Ihr Verhalten im Netz. Wählen Sie eine gute Ausdrucksweise und lassen Sie sich nicht zu Lästereien animieren – das schadet Ihnen genauso wie anderen. Einträge in Foren, Gästebücher oder Blogs sollten besser keine Peinlichkeiten enthalten. Seien Sie sich bewusst, dass eine virtuelle Persönlichkeit nicht unbedingt mit der realen übereinstimmen muss. Ein Personalchef muss nicht als solcher zu erkennen sein, wenn er als Privatmann mit zufällig denselben Interessen wie den Ihren agiert.
Nutzen Sie die Möglichkeit, unerkannt durchs Netz zu surfen. Sie können Ihre IP-Adresse, anhand derer jeder Computer zu identifizieren ist, anonymisieren. Entsprechende Dienstleister finden Sie unter http://meineipadresse.de/html/anonym_surfen.php.
Das Googeln Ihres Namens ist besonders sinnvoll, wenn es Ihren Namen mit großer Wahrscheinlichkeit öfter gibt – wie „Stefan Meier“ zum Beispiel. Ist ein Stefan Meier in krumme Geschäfte verwickelt und ein Personalchef könnte Sie mit ihm verwechseln, wäre das sehr schlecht für Sie. Sich dagegen zu wehren, ist schwierig. Wissen Sie aber davon, haben Sie im Vorstellungsgespräch einen Vorteil. Wenn Sie das Gefühl haben, die Fragen Ihres künftigen Chefs beziehen sich auf diese „falsche“ Person, können Sie die Verwechselung aufklären.
Diverse Firmen bieten mittlerweile ihre Dienste an, um gegen Rufschädigung im Netz vorzugehen oder Verwechslungen zu verhindern. Der bekannteste Anbieter ist www.reputation-defender.de. In Ihrem Auftrag findet er alle negativen Einträge über Sie und löscht sie, soweit ihm das möglich ist. Sie selbst können die Dienste von www.yasni.de und www.123.people.de nutzen, um die positiven Einträge in der Trefferliste der Suchmaschinen nach oben zu platzieren.
Wertvolle Tipps, um Cybermobbing zu verhindern und andere Informationen rund um das Thema Datensicherheit finden Sie zum Beispiel unter www.klicksafe.de oder www.mekonet.de.

