Heute schon gegoogelt

 

Was Sie als Bewerber beachten sollten, wenn Sie Informationen über sich ins Netz stellen.

Wenn Sie nach einer passenden Ausbildungsstelle oder einem Arbeitsplatz suchen, finden Sie im Internet mittlerweile reichlich Unterstützung. Von diesen Bewerbungstipps bis hin zu Online-Jobbörsen finden Sie alles für eine erfolgreiche Bewerbung – auch Informationen über einen möglichen Arbeitgeber. Schließlich ist es wichtig, Details über die Firma und ihren Ruf in der Branche zu kennen.

Umgekehrt funktioniert das Spiel allerdings genauso. Personalchefs nutzen zunehmend das Internet, um Details von potenziellen Mitarbeitern zu erfahren. Was Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen schreiben, ist eine Sache. Eine andere ist, ob der Personalchef das glaubt und vielleicht wissen will, „was für einer Sie wirklich sind“. Um das herauszufinden, genügen ihm oft ein paar Klicks, und er weiß Bescheid. Und genau darin liegt das Problem: Viele Menschen breiten sich in der Internet-Community aus und wissen nicht, welche Spuren sie hinterlassen, die nicht mehr zu löschen sind. Selbst alte „Sünden“, Texte, Fotos und Videos können noch nach Jahren gefunden werden.

So kann der Chef z. B. an Fotos und Videos sehen, was Sie in Ihrer Freizeit machen, wo und wie Sie leben, welche Bücher Sie lesen oder welche CDs Sie hören. Er kann Ihre Hobbys und Ihre Probleme aufspüren... Keine Angst, wenn es um eine Ausbildungsstelle oder den ersten Arbeitsplatz geht, wird selten ein solcher Aufwand betrieben. Trotzdem muss Ihnen klar sein, dass immer die Möglichkeit besteht, sich ein Bild von Ihnen auch außerhalb Ihrer Unterlagen zu machen. Seien Sie also vorsichtig, wie Sie sich im Netz verhalten. Auch im Hinblick auf Ihre berufliche Zukunft. Ein positives Image im Netz könnte eines Tages eine positive Entscheidung beeinflussen.

Wo Personalchefs fündig werden und was sie dort über Sie erfahren

Internetplattformen wie Schüler -, Studi- oder MeinVZ, wer-kennt-wen, XING, LinkedIn, Facebook, Youtube, Myspace oder Foto-Communities wie Flickr sind ideale Fundgruben, um mehr Informationen über einen Bewerber zu finden, als er in seinen Unterlagen preisgibt. Ihren Musik-, Film- oder Büchergeschmack erfährt er womöglich über die Wunschliste bei Amazon. Peinlich wird es, wenn der zukünftige Chef dort plötzlich Titel zum Thema Schwarze Messen, Aggro-Musik oder mit peinlicherem Inhalt findet und Sie sich eigentlich in einem seriösen Versicherungsunternehmen beworben haben. Genauso unangenehm sind Titel wie „Wie wehre ich mich gegen meinen Chef?“, „100 Tricks zum Faulenzen“ oder zu gesundheitlichen oder finanziellen Problemen.

Wo und wie Sie leben, verrät ihm Google Map. Er gibt Ihre Adresse aus den Bewerbungsunterlagen ein und weiß sofort, in welchem sozialen Umfeld Sie leben. Findet er Sie in einer Community wie Facebook oder Flickr, weiß er über Ihre Freundesliste auch, in welchen Kreisen Sie verkehren. Auf dem Pinnbrett liest er Ihre Kommentare und nebenbei kann er an Ihren Fotos sehen, wie Sie so Ihre Freizeit verbringen. Sie beschreiben sich im Vorstellungsgespräch als jemand, der nur für die Karriere lebt? Dumm, wenn Sie auf jedem zweiten Foto beim Feiern und in ähnlichen Zuständen zu sehen sind. Fotos wie „Mann, waren wir besoffen!“ sind da kontraproduktiv. Beteiligen Sie sich an Diskussionen innerhalb einer Gruppe, kann er etwas über Ihr Gruppenverhalten erfahren: Sind Sie eher der Vermittler oder provozieren Sie gerne? Wie ist Ihre Ausdrucksweise? Der Sprachgebrauch der Rapper-Szene ist in einer Bank ganz sicher nicht erwünscht.

Übrigens muss sich der Personalchef keine sonderlich große Mühe geben, Sie zu finden. Suchmaschinen wie www.123.people.de oder www.yasni.de sparen ihm viel Zeit, indem sie ihm auf einen Blick alle Einträge liefern, die im Netz über Sie zu finden sind. Manchmal hilft ihm auch der Zufall.

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