junge Frau in der Sonne

Fry now, pay later – Warum Solarien auch ab 18 nicht gesund sind

Mehr als 140.000 Deutsche erkranken jährlich neu an Hautkrebs, davon etwa 20.000 am schwarzen Hautkrebs, auch Malignes Melanom genannt. In etwa 3.000 Fällen verläuft die Erkrankung tödlich.

Hautkrebs, früher eine typische Alterserkrankung, ist inzwischen die häufigste Krebsart bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 34 Jahren. Gerade wer schon in jungen Jahren ins Solarium geht, erhöht das Risiko für maligne Melanome um 75 %, wie eine Studie der International Agency for Research on Cancer gezeigt hat. Mit einem baldigen Verbot für Solariumsbesuche unter 18 sollen Jugendliche vor Hautkrebs-Gefahren geschützt werden. Davon abgesehen sollte jeder darüber nachdenken, ob eine „attraktive Sonnenbräune“ wirklich ihren Preis wert ist, denn die Haut vergisst nichts und Hautkrebs tritt manchmal erst 30 Jahre später auf.

Gefahren der UV-Strahlung


Solarium
In Solarien können durch unterschiedliche Anteile von UV-A-Strahlung und UV-B-Strahlung unterschiedliche Bräunungsergebnisse erzielt werden: Gefährlich für die Haut sind beide Strahlungsarten. Die Bräunung ist eigentlich ein Schutzmechanismus der Haut: Um die Erbsubstanz vor UV-Strahlung zu schützen, legt sich der Farbstoff Melanin um die Zellkerne der Oberhaut. UV-A-Strahlung führt schon nach kurzer Zeit zur gewünschten Hautbräunung, die aber nicht sehr lange vorhält. UV-A-Strahlung ist allerdings auch für eine frühzeitige Hautalterung und Faltenbildung verantwortlich, indem sie tief in die Haut eindringt, das Bindegewebe zerstört und die Haut austrocknet. Außerdem kann sie die Erbsubstanz der Oberhaut schädigen. So erhöht sich das Risiko, erst nach längerer Zeit an Hautkrebs zu erkranken. Die energiereichere UV-B-Strahlung führt zu einer verzögerten Melaninbildung und somit zu einer verzögerten, aber länger anhaltenden Bräunung der Haut. Intensive UV-B-Strahlung schädigt die Zellen der Oberhaut massiv: Zwischen den Zellen sammelt sich Gewebswasser, eine Entzündung entsteht, die Haut wird rot und schwillt an, ein Sonnenbrand kann sehr unangenehm sein. Für die Entstehung von Hautkrebs scheint die Gesamtbelastung mit UV-Strahlung von Bedeutung zu sein.

UV-Strahlen im Solarium können bis zu 15-mal intensiver sein als die der Mittagssonne. Viele Sonnenbrände in Kindheit und Jugend, dazu Solariumsbesuche in der Teenagerzeit erhöhen das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken um ein Vielfaches. UV-Strahlung kann auch grauen Star und Netzhautschädigungen hervorrufen und das gesamte Immunsystem schädigen. UV-Strahlen der Sonne richten natürlich die gleichen Schäden an wie die im Solarium, deshalb ist höchste Vorsicht geboten beim Sonnenbaden, die Mittagssonne gilt es auf jeden Fall, komplett zu meiden.

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