Her mit der Flasche! Welche Getränke sind für Sportler physiologisch sinnvoll?
Sport tut richtig gut: den inneren Schweinhund überwinden, gründlich in Schwung kommen und einmal mehr das Pensum bewältigen. Geschafft ist am Ende nicht nur die Laufstrecke, sondern auch man selbst. Doch mit den Glücksgefühlen stellt sich ein enormer Durst ein, denn Schweiß ist mal wieder in Strömen geflossen. Also her mit der Flasche. Doch was sollte drin sein? Schlichtes Mineralwasser, Apfelschorle Tee, oder ein spezielles Sportlergetränk? Eins ist jedenfalls klar: Trinken ist wichtig - besonders bei hohem Flüssigkeitsverlust durch körperliche Anstrengung.
Von der Bedeutung des Trinkens
Der Wasseranteil im menschlichen Körper liegt – je nach Alter und Geschlecht – zwischen 50 und 80%. Da der Mensch keine Speicherkapazitäten für Wasser hat, muss er durch Trinken ständig für Nachschub sorgen. Wasser hält lebenswichtige Körperfunktionen aufrecht als Lösungs- und Transportmittel von Sauerstoff und Nährstoffen im Blut. Außerdem hilft es, Stoffwechselendprodukte zu entsorgen. Ohne ausreichendes Trinken könnte unser Gehirn nicht arbeiten. Daher sollte man regelmäßig trinken, und zwar am besten schon, bevor sich der große Durst einstellt. Nach dem Sport ist das Trinken natürlich besonders wichtig, da der Körper beim Schwitzen viel Flüssigkeit verliert und darüber hinaus auch Mineralstoffe, besonders Natrium und Kalium.
Müssen Sportler anders trinken?
Die Angebotspalette an speziellen Sportlergetränken ist reichhaltig, sie enthalten zusätzliche Mineralstoffe oder Vitamine, sind eventuell mit Süßstoffen gesüßt, um den Kaloriengehalt möglichst niedrig zu halten. Oder sie sind isotonisch und können so besonders gut vom Körper aufgenommen werden. Dabei sollen sie die Leistung steigern oder die Regenerationszeit verkürzen. Daneben versprechen Erfrischungsgetränke mit zusätzlichem Sauerstoff einen wahren Energieschub. Doch wie steht es um das gute alte Wasser, die Fruchtschorle oder einen Kräutertee? Die meisten von uns gehören vermutlich eher zum Typus Freizeitsportler, sie trainieren vielleicht dreimal pro Woche für maximal eine Stunde. Vielleicht soll der mäßige, aber regelmäßige Sport auch die Gewichtsreduktion unterstützen. Dieser Sportlertyp kann Wasser und Energieverlust problemlos mit Leitungswasser, Mineralwasser, Tee, einer Fruchtschorle (ein Teil Saft und drei Teile Wasser) und der nächsten Mahlzeit ausgleichen. Saftschorlen sind fast isotonisch, sie enthalten in etwa die gleiche Konzentration an Mineralstoffen wie das menschliche Blut und bringen Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt schnell wieder ins Gleichgewicht. Durstlöschend und kalorienfrei sind auch Mineralwasser und ungesüßte, eventuell gekühlte Kräuter- oder Früchtetees. Viele der speziellen Sportgetränke enthalten Süßstoffe, die bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können. Getränke mit Zucker haben relativ viele Kalorien pro Liter, gerade wer durch Sport abnehmen möchte, sollte sie also meiden. Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sind für Freizeitsportler unnötig, ein Zuviel an Vitaminen kann sogar schaden. Zugesetzte Aromen sind komplett überflüssig. Und die leistungsteigernde Wirkung von Sauerstoffwasser konnte wissenschaftlich bisher nicht belegt werden. Echte Leistungs- oder gar Hochleistungssportler dagegen, die mehrstündige Trainingseinheiten absolvieren, sollten auch während des Trainings für einen Nachschub an Wasser, Mineralstoffen und Kohlenhydraten sorgen und dafür zu isotonischen Getränken greifen.