Muskeln zum Kaufen? Medikamente für den Muskelaufbau – begrenzter Nutzen, unbegrenzter Schaden

 

junger Mann im FitnessstudioDeutlich mehr Muskelmasse innerhalb von nur 10 Tagen, und das zum Dauerniedrigpreis! Ein verlockendes Angebot: Attraktiv aussehen, im Fitnessstudio deutlich mehr Leistung bringen und damit die anderen beeindrucken, es klingt doch so einfach, was sollte daran verkehrt sein? Anabolika durch das Internet zu bestellen, ist heute ein Kinderspiel. Doch Vorsicht! Die Muskel aufbauenden Substanzen sind teuer   erkauft, denn die Nebenwirkungen sind beträchtlich und gefährlich. Und über einen Wettkampfsieg, der wenigstens zum Teil auf unerlaubten Anabolika beruht, kann sich keiner richtig freuen.

Anabole Substanzen: Wirkung…

FitnessgerätNach Schätzungen greift mindestens jeder zehnte Jugendliche Kraftsportler zu Anabolika, die genauen Zahlen lassen sich sehr schwer ermitteln. Es geht hierbei nicht wie im Leistungssport darum, Rekorde aufzustellen, sondern man möchte einfach nur eine gute Figur machen. Anabolika fördern die Eiweißherstellung in den Muskelzellen. Durch verstärktes Training kann so schneller mehr Muskelmasse produziert werden, der Körperfettanteil wird gleichzeitig verringert. Im Wesentlichen unterscheidet man zwei Arten von Substanzen: Steroidhormone oder Steroide ähneln dem männlichen Sexualhormon Testosteron. Daneben gibt es noch Beta-2-Agonisten, die häufig in Mitteln gegen Asthma und Bronchitis enthalten sind. Auch in der Tiermast werden diese Substanzen verwendet. Anabolika befähigen Sportler angeblich zu fast unbegrenzten Leistungen, das natürliche Gefühl für den Körper und die Grenzen des Trainings bleiben dabei allerdings auf der Strecke. Und wer einmal mit der Einnahme von Anabolika begonnen hat, kann nur schwer wieder aufhören. Aber genau das ist unbedingt nötig, denn die Einnahme solcher Substanzen kann dramatische Folgen haben. Besser ist es deshalb, gar nicht erst anzufangen!

…und Nebenwirkungen

HantelDie Nebenwirkungen auf körperlicher und psychischer Ebene sind beträchtlich und können im Extremfall tödlich sein. Steroide haben auch eine androgene Wirkung: Frauen bekommen deutlich mehr Körperbehaarung, ihr Menstruationszyklus ändert sich, ihre Stimme wird tiefer und die Klitoris vergrößert sich, die beiden letzteren Wirkungen lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Bei Männern kann es zu einer Brustvergrößerung und einer Schrumpfung der Hoden kommen. Ein gestörtes sexuelles Lustempfinden, Fruchtbarkeitsstörungen und sogar Unfruchtbarkeit treten bei beiden Geschlechtern auf. Bei Jugendlichen können Anabolika die Wachstumsphase vorzeitig beenden. Lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arteriosklerose, Leberschäden bis hin zu Leberkrebs, aber auch Prostata- und Brustkrebs treten bei Anabolika-Konsumenten häufiger auf. Beta-2-Agonisten beeinträchtigen die Arbeit des Herzens: Der Herzmuskel wird geschwächt, es kommt zu Herzrhythmusstörungen und einer Erhöhung der Herzschlagfrequenz. Die Einnahme von Anabolika bringt auch psychische Veränderungen mit sich: Eine gesteigerte Leistungsbereitschaft und damit einhergehende Euphorie mag zunächst als positiv empfunden werden, führt aber zu einem Realitätsverlust. Gedächtnisleistung und Konzentration werden vermindert, Aggressionen und Gewaltpotenzial nehmen häufig zu. Und nach Absetzen von Anabolika folgt oft ein Sturz ins Bodenlose, es kommt zu Depressionen. Und seien wir mal ganz ehrlich: Eine gute Leistung im Sport, die auf wohldosiertem Training und richtiger Ernährung beruht, ist allemal mehr wert als eine sehr gute Leistung, die auf der Einnahme von gefährlichen Mitteln basiert. So täuscht man doch nur die anderen und auch sich selbst, das hinterlässt immer einen schalen Beigeschmack.

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