Wie man es vermeiden kann, zum Opfer zu werden

 

junge Frau dreht ihren Kopf weg, um einem Schlag auszuweichenEffektive Selbstverteidigung auch ohne Kampfsporterfahrung

Gewalt unter Jugendlichen nimmt zu. Dabei sind nur die allerwenigsten Jugendlichen selbst Gewalttäter. Doch das Risiko, ohne eigenes Zutun plötzlich in Gewalttaten verwickelt und zum Opfer zu werden, ist hoch. Wie also sollte man sich verhalten, wenn es brenzlig wird?

Gefahren rechtzeitig erkennen

Der beste Weg, nicht in eine Schlägerei verwickelt zu werden, ist natürlich die rechtzeitige Flucht. Doch wann ist „rechtzeitig“? Der Kampfsportexperte und ehemalige Personenschützer Mike Toss empfiehlt, das Ampelmodell zu verinnerlichen. Und so funktioniert es: Man ist in einer Disco oder einer Kneipe und checkt in regelmäßigen Abständen die Lage. Solange alles entspannt und locker ist, gibt es grünes Licht – auch Sie können entspannt bleiben. Bemerken Sie hingegen, dass sich Spannungen aufbauen und aggressive Blicke in Ihre Richtung geworfen werden, schaltet Ihre Ampel auf gelb und Sie selbst auf erhöhte Wachsamkeit. Vielleicht sollten Sie das Lokal jetzt besser verlassen, um jedem Ärger sicher aus dem Weg zu gehen. Möglicherweise beruhigt sich die Situation, dann schaltet die innere Ampel wieder auf grün. Doch was, wenn die Lage eskaliert und zwei Schlägertypen in erkennbar feindseliger Absicht auf Sie zukommen? Sie haben den beiden nie was getan, kennen sie vielleicht nicht einmal – womöglich tragen Sie einfach nur die falschen Klamotten oder die falsche Frisur am falschen Ort. Für eine Flucht ist es zu spät, also fahren Sie Ihre Kampf- und Abwehrbereitschaft hoch. Doch was ist, wenn Sie in Ihrer Kindheit zwar Karatekurse besucht haben, doch längst außer Übung sind? Vielleicht können Sie die beiden Typen mit Worten oder mit einer Einladung zum Bier von ihren Plänen abbringen. Vielleicht. Doch die Gefahr, dass die beiden Sie trotzdem angreifen werden, ist hoch. Das wäre eine Situation, der man gern entgehen würde, doch nicht immer entgehen kann. Natürlich können Sie sich ohne Gegenwehr zusammenschlagen lassen. Doch Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass Angreifer auch vor schwachen Opfern nicht zurückschrecken und Umstehende zum Wegsehen neigen. Was also machen Sie?

Ein paar Grundregeln beachten

Junger Mann beim BoxenJetzt würde es schon viel helfen, ein paar der Vorschläge von Profis wie Mike Toss zu kennen. Toss hat im Selbstverlag ein Büchlein herausgegeben, dass sich explizit an Nichtkampfsportler richtet und sehr detailliert schildert, mit welchen Mitteln sie sich effizient zur Wehr setzen können, wenn sowohl die Flucht- als auch die Deeskalationsstrategie versagt haben. Es ist also ein Buch, das auf Ernstfallsituationen vorbereitet, denen Sie vielleicht nicht ausweichen können. Vor allem befasst es sich auch mit der oft vernachlässigten psychischen Ebene der Schlägerei: Was motiviert Schläger, wie kontrollieren Sie Ihre Angst, welche Bedeutung haben Einstellung und Entschlossenheit für den erfolgreichen Kampf? Und noch einen weiteren Nutzen hat dieses Buch: Es motiviert dazu, Sport zu treiben. Denn je besser Ihre körperliche Fitness, desto erfolgreicher werden Sie sich auch ohne Kampfsporterfahrung wehren können. Machen Sie sich fit – körperlich und geistig!

Lesetipp

Mike Toss: Die Schlägerei, Books on Demand, 19,80 Euro

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