Was mach ich eigentlich in fünf Jahren?

Durch Visualisierung den eigenen Weg klären
Kein Mensch kann in die Zukunft schauen. Oder vielleicht doch? Man könnte es ja wenigstens versuchen. Zwar nicht im Sinne einer hundertprozentig verlässlichen Ereignisvorhersage, aber immerhin als Versuch, die Konturen der eigenen Zukunft erahnbar zu machen. Das wäre übrigens weit mehr als nur das Bauen von Luftschlössern. Ein solcher Visualisierungsprozess kann Ihnen helfen, Pläne zu fassen, zu korrigieren oder gänzlich neue Perspektiven zu entwickeln.
Träumen Sie – aber bitte realitätsnah
Natürlich können Sie sich in Ihren Tagträumen ein wahres Paradies auf Erden zaubern: ein lockeres Leben unter Palmen, Spaß ohne Ende, keinerlei finanzielle Sorgen, coole Leute. Das wäre sogar O.K., wenn Sie diesen Tagtraum als Urlaubs- und damit als Ausnahmesituation verbuchen. Doch wie sähe Ihr Alltag – also die Normalität – aus? Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie gerade keinen Urlaub machen? Welchen Beruf üben Sie aus, welche Position haben Sie inne, wo und wie leben Sie, was verdienen Sie ungefähr – und haben Sie vielleicht schon eine eigene Familie? Versuchen Sie sich Ihr Leben möglichst konkret vorzustellen und gehen Sie in Ihrer Zukunftswelt spazieren. Sie können auch versuchen, Ihre inneren Bilder mit Pinsel oder Stift zu Papier bringen. Was spüren Sie, was empfinden Sie? Gefällt Ihnen diese Welt, die Sie da sehen? Wenn ja, ist es nun an der Zeit für den nächsten Schritt: Fragen Sie sich, was Sie alles tun müssen, um dieses Ziel zu erreichen. Genau genommen handelt es sich ja sogar um ein ganzes Bündeln von Zielen. Konzentrieren Sie sich deshalb auf die berufliche Seite Ihrer künftigen Existenz. Denn aus ihr ergibt oft alles Weitere.
Je konkreter, desto besser
Nehmen wir einmal an, Sie sehen sich in fünf Jahren als erfolgreicher Kundenberater einer New Yorker Werbeagentur. Oder als Ökobäuerin. Oder als Kunsttischler, als Musiker, als Krankenkassenmanagerin, als Inhaberin einer Yogaschule. Das sind lauter sehr konkrete Ziele, zu denen nicht irgendwelche, sondern sehr konkrete Wege führen. Also: Welche Ausbildung brauchen Sie, welche Abschlüsse sind nötig, welche Kontakte, welches zusätzliche Wissen, welche internationalen Erfahrungen könnten Ihnen nützlich ein? Was käme an Kosten auf Sie zu, welche Veränderungen im Privatleben müssten Sie bereits sein zu akzeptieren? Recherchieren Sie gründlich und entwerfen Sie einen möglichst exakten Plan. Vergleichen Sie den Plan mit Ihrem Traumbild – ist der Aufwand das Ergebnis wert? Ja? Dann machen Sie sich an die schrittweise und zielbewusste Umsetzung Ihres Plans. Versäumen Sie es aber nicht, im Halbjahresabstand ehrliche Bilanz zu ziehen: Sind Sie noch auf dem Weg, den Sie gehen wollten? Kommen Sie Ihrem Ziel näher? Oder sind Ihnen auf Ihrem bisherigen Weg ganz neue verlockende Traumbilder begegnet? Für Veränderungen ist es nicht zu spät – bleiben Sie veränderungsbereit und realitätsbezogen. Dann werden Sie eines Tages dort landen, wo Sie mit sich selbst im Einklang sind.