Tattoos: Freunde für ein ganzes Leben – oder doch eher Feinde?
Beginnen wir mit einer begrifflichen Abgrenzung: Wenn wir von Tattoo sprechen, meinen wir nicht das leicht zu entfernende Abziehbildchen für die Haut, sondern die echte Tätowierung, bei der Farbpigmente in die Haut eingebracht und nicht nur auf die Haut aufgetragen werden. Daneben werden immer häufiger auch sogenannte Bio-Tätowierung angepriesen, die angeblich nach wenigen Wochen wieder verschwindet. Doch tut sie das wirklich?
Auch Bio-Tätowierungen können böse enden
Das mag sich zunächst wie alles, was mit „Bio“ anfängt, erst einmal gut anhören, ist jedoch ebenfalls eine umstrittene Methode. Als Ergebnis einer Bio-Tätowierung könnte man im Bestfall nach einigen Wochen ein Tattoo von begrenzter Haltbarkeit haben. Bio-Tätowierungen werden mit der Technik des Permanent Make-ups angefertigt. Die Farbe wird nur in die oberste Hautschicht gestochen, die sich nach einigen Wochen von alleine erneuert. Somit ist das Tattoo also nicht permanent. Da es bei dieser Technik jedoch auf den Millimeter ankommt und sie deshalb nicht immer gelingt, entsteht dann doch ein permanentes Tattoo oder – fast noch schlimmer noch – ein halbes Tattoo. Dies passiert, wenn ein Teil der Farbe in der oberen Hautschicht ist und ein Teil in der zweiten Hautschicht, der Lederhaut, die sich in der Regel nicht erneuert. Bio-Tätowierungen haben übrigens nichts mit Öko zu tun, es wird keine „gesündere“ Farbe oder ähnliches verwendet. Es bedeutet lediglich, dass das Tattoo im Idealfall nach einigen Wochen/Monaten verschwindet, also in gewisser Weise durch Zellerneuerungsprozesse biologisch abbaubar ist.
Nichts hält ewig – außer Tattoos
Heute findet man das neue Tattoo klasse, Freundin oder Freund auch. Doch was ist, wenn die Beziehung in die Brüche geht und der oder die nächste Partner/in das Tattoo gar nicht so toll findet? Deshalb sollte man sich auch vorher genau überlegen, ob man sich wirklich ein Tattoo stechen lassen möchte. Also lieber ein paar Monate abwarten und etwas gründlicher nachdenken. Denn wer will schon gerne mit einem Tattoo rumlaufen, das einen ein Leben lang an einen Ex-Freund oder ähnliches erinnert? Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, das Tattoo weglasern zu lassen. Die Rubinlasertherapie entfernt die Tattoos in mehreren Sitzungen schonend und ohne Narben zu hinterlassen, jedoch ist dies sehr kostspielig und wird nicht von den Krankenkassen bezahlt. Wer ein Tattoo möchte, sollte die Kosten für eine Entfernung gleich mit einplanen.
Tattoos und Gefahren
Manchmal sehen Tattoos nicht nur unschön aus, sondern bringen auch gesundheitliche Gefahren mit sich. Vor allem beim Stechen müssen strenge Hygienevorschriften befolgt werden, andernfalls kann es zum Beispiel zu HIV-Infektionen oder Ähnlichem kommen. Wirkt das Tattoo-Studio auch nur ansatzweise schmuddelig, sollte man auf dem Absatz kehrt machen. Auch die Auswahl der verwendeten Farbe sollte sehr sorgfältig getroffen werden. Denn Bestandteile der Farbstoffe, die oft Schwermetallverbindungen enthalten, werden auch in andere Teile des Körpers fortgetragen. Man sollte also darauf achten, dass die verwendeten Farben ein Prüfzertifikat haben. Dies zu tun sollte natürlich die Aufgabe der Tätowierer sein, doch ein zusätzlicher Kontrollblick auf die Farben schadet nicht. Schließlich geht es um die eigene Gesundheit.