Stevia – süßes Pulver ohne Kalorien
Vielleicht haben Sie schon einmal beobachtet, dass jemand ein feines, weißes Pulver in den Tee oder Kaffee gerührt hat. Wenn es sich dabei weder um Zucker noch um Kokain handelt, dürfte es Steviaextrakt sein. Das weiße Pulver wird aus der Stevia-Pflanze gewonnen und kann bis zu 300-mal süßer als Zucker sein!
Ursprungsgebiet der Pflanze ist das Hochland des Grenzgebietes zwischen Paraguay und Brasilien. Die dort lebenden Indianervölker nutzen Stevia seit Jahrhunderten als Süßungsmittel und zu medizinischen Zwecken. Inzwischen hat Stevia als kalorienfreies Süßungsmittel viele Anhänger in der ganzen Welt, besonders in Asien und zunehmend auch in Europa, gefunden, allerdings ist es in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen.
Die Pflanze und ihre Produkte
Unter den etwa 230 Stevia-Arten, die von Kalifornien über Mexiko bis in den zentralen Teil Argentiniens vorkommen, verfügt nur Stevia rebaudiana über eine enorme Süßkraft: Süßkraut, Süßblatt und Honigkraut wird diese Art daher auch genannt. Stevia gehört zur Familie der Korbblütler und hat einen nahen heimischen Verwandten, nämlich den Wasserdost. Es handelt sich bei Stevia um eine 60 -100cm hohe Staude mit kleinen weißen Blütenständen. Zweimal im Jahr kann geerntet werden, die kräftigen Wurzeln treiben bald wieder aus. Die subtropische Pflanze liebt Wärme und ist frostempfindlich. Heute wird Stevia nicht nur in Südamerika, sondern auch in Korea, China und Japan angebaut. Verschiedene Produkte der Stevia-Pflanze werden genutzt: die ganzen, getrockneten Blätter, ein feines, grünes Pulver, ein weißes Stevia-Extrakt-Pulver und flüssige Stevia-Extrakte. Die getrockneten Stevia-Blätter und das grüne Stevia-Pulver, das ohne weitere Verarbeitung aus den Blättern und Stängeln der Pflanze hergestellt wird, enthalten alle wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanze und sind bis zu 15-mal süßer als Zucker. Das Pulver kann zu einer Grünfärbung der Speisen führen. Getrocknete Blätter und auch das grüne Pulver süßen Kräutertees: Schon etwa zwei Gramm Blätter reichen aus für 100g Teemischung. Für das weiße Stevia-Extrakt-Pulver werden die Glykoside, gewöhnlich auf der Basis von Wasser oder Alkohol, aus den Blättern extrahiert. Dieses Pulver verwendet man nur in ganz geringen Mengen, da es wirklich sehr süß ist. Eigentlich ist das weiße Pulver geschmacksneutral, es kann aber auch mal eine leicht bittere oder lakritzartige Note haben. Es heißt, Stevia aus Paraguay habe die beste Qualität.
Heilpflanze der Indianer
Traditionell wird Stevia bei den Indianern Südamerikas nicht nur zum Süßen des Mate-Tees verwendet, sondern auch als Heilmittel eingesetzt. Stevia fördert die Verdauung, harmonisiert den Blutdruck und gilt als hilfreich bei körperlicher und geistiger Erschöpfung. Es wird verabreicht bei zu viel Magensäure, zu viel Harnsäure und bei Pilzbefall. Stevia wird auch äußerlich angewendet, und zwar als Wundheilmittel, bei Ekzemen, Akne und Schuppenflechte. Die positive Wirkung bei Hautproblemen geht wahrscheinlich von den Enzymen und dem Chlorophyll der Blätter aus. Darüber hinaus findet Stevia Anwendung in der Kosmetik: Eine Mischung aus Stevia-Blätttern, Chrysanthemenblättern und Heilerde soll Faltenbildung verhindern und bei Sonnenflecken helfen. Bei der Mundpflege ist Stevia ein Mittel gegen Zahnfleischbluten, Karies und Zahnbelag. Stevia ist auch für Diabetiker geeignet.
Stevia kaufen
Wenn Sie jetzt in das nächstbeste Geschäft gehen, um Stevia zu kaufen: Stevia ist in den Ländern der EU weder als Lebensmittel noch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Es darf aber als Badezusatz und pflanzlicher Rohstoff für kosmetische Anwendungen verkauft werden. Die Unschädlichkeit von Stevia-Blättern und Stevia-Extrakt sei noch durch keine Studie hinreichend bewiesen, so heißt es in der EU (die Schädlichkeit aber auch nicht). Ganz anders in anderen Ländern, allen voran Japan: Dort ist der Verkauf von Stevia uneingeschränkt zugelassen. Stevia ist ein gebräuchliches Süßungsmittel und wird außerdem in Kuchen, Keksen, Diät-Cola, Zahnpasta und zuckerfreien Kaugummis verarbeitet. Es ersetzt dort in vielen Bereichen künstliche Süßstoffe. Und auch in den Ursprungsländern Paraguay und Brasilien wird Stevia heute längst nicht mehr nur von den Ureinwohnern verwendet.