Puh, Käsefuß!
Was man gegen den Schweißfuß tun kann
Gemeint ist nicht der üble Geruch zu lang getragener Socken und gelegentlich ungewaschen gebliebener Füße. Hier geht es um den echten Schweißfuß, medizinisch Hyperhidrosis pedis. Bei seinem Entstehen wirken zwei Ursachen zusammen: Erstens eine übermäßige Schweißabsonderung an den Füßen. Zweitens eine starke Vermehrung der Keimflora im ständig feuchten Milieu. Im Extremfall weicht die Hornhaut durch und quillt zu einer weichen, käsigen Schicht auf. Pilzinfektionen und Fußsohlenwarzen können weitere Folgen sein. Und: Wer unter einem echten Schweißfuß leidet, läuft Gefahr, in die soziale Isolation zu geraten. Deshalb ist es wichtig, effektive Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Was man selbst tun kann
Der wichtigste Punkt: Möglichst oft frische Luft an die Füße lassen und luftdurchlässige Schuhe und Socken tragen. Schuhe häufig wechseln, Socken täglich wechseln. Besser noch ist häufiges Barfußgehen. Feuchtigkeit wird nämlich hauptsachlich unter Luftabschluss zum Problem. Außerdem sind Fußbäder mit Gerbsäure (z. B. in medizinischer Eichenrinde enthalten) und häufige kalte Waschungen hilfreich. Spezielle Einlegesohlen mit Zimt, Aktivkohle und Zedernholz sowie mit Silberionen ausgestattete Socken werden ebenfalls empfohlen. Sinnvoll ist es ferner, die Füße morgens zu pudern. Die mechanische Entfernung überschüssiger Hautschichten wird ebenfalls häufig praktiziert. Manche Betroffene empfehlen auch Fußbäder mit Tomatensaft. Da Tomaten voller gesunder Inhaltstoffe stecken, käme es einfach mal auf einen Versuch an – warum sollten Tomaten nicht auch hier Abhilfe schaffen können? Mildere Formen des Schweißfußes bekommt man mit einzelnen oder mehreren dieser Maßnahmen gut in den Griff. Wenn das nicht hilft, wird der Gang zum Arzt unausweichlich.
Was der Arzt tun kann
Fußbäder mit Gleichstrom (Iontophorese) oder eine Aluminiumhydrochlorid-Therapie zählen zu den Einstiegsmaßnahmen, wenn man sich mit einem Schweißfuß in ärztliche Behandlung begibt. Behandlungen mit Botulinumtoxin oder eine Phenolinjektion in den Nervenzellkörper am TH12-Wirbel des Rückgrates stellen die zweite und dritte Stufe dar. Bleibt der Erfolg immer noch aus, besteht die Möglichkeit einer Durchtrennung des für die übermäßige Schweißabsonderung verantwortlichen Nervenstranges. Die wird jedoch wegen der gravierenden Nebenwirkungen nur selten durchgeführt.
Wie gehe ich mit der Situation um?
In den allermeisten Fällen helfen die oben vorgestellten Hausmittel, wenn man sie nur konsequent genug und langfristig anwendet. Dennoch wird es – da das Grundproblem der übermäßigen Schweißproduktion meist bestehen bleibt – immer wieder als peinlich empfundene Momente geben. Hier hilft eigentlich nur gesundes Selbstbewusstsein. Das ist übrigens in doppelter Hinsicht ein guter Tipp: Übermäßiges Schwitzen kann nämlich auch psychisch verursacht sein durch Stress und Angst. Umgekehrt bedeutet das: Wenn Sie locker mit dem Problem umgehen, haben Sie weniger Angst und schwitzen weniger.