Sag nichts gegen Nachhilfe!
Nachhilfe ist ganz normal heute. Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Deutschland nimmt während der Schulzeit mindestens einmal für längere Zeit Nachhilfe. Das ist auch besser. Denn gute Schulleistungen fallen nicht vom Himmel. Und nicht jeder bringt eine natürliche Begabung mit, um in den Schulfächern den schnellen Durchblick zu haben.
Folge: Es hagelt schlechte Noten. Mitunter ist sogar die Versetzung gefährdet. Noch schlimmer wäre nur noch ein vermasseltes Abschlusszeugnis. Deshalb sollte man Lerndefizite durch Nachhilfe rechtzeitig ausgleichen. Doch damit haben viele Schülerinnen und Schüler ein Problem: Nachhilfe gilt als uncool.
Noch uncooler aber wäre es doch wohl, wenn man wegen eines schlechten Abschlusszeugnisses nicht die Lehrstelle bekommt, die man vielleicht gern gehabt hätte. Hätte man rechtzeitig Nachhilfeunterricht genommen, wäre vielleicht alles ganz anders gekommen. Entscheidend ist das Wörtchen „rechtzeitig“. Denn wenn der Karren erst im Dreck steckt, kann auch der beste Nachhilfeunterricht keine Wunder bewirken. „Rechtzeitig“ bedeutet also: Lässt die schulische Leistung in einem Fach oder in mehreren Fächern nach und ist es erkennbar, dass es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher handelt, der in einem Formtief jedem unterlaufen kann, sollte man sich zügig nach geeignetem Nachhilfeunterricht umsehen. Doch welcher Nachhilfeunterricht ist geeignet?
Ältere Schüler als Nachhilfelehrer
Nur in den seltensten Fällen werden die Eltern oder ältere Geschwister Zeit haben bzw. in der Lage sein, zu helfen. Es empfiehlt sich daher durchaus, den Fachlehrer oder die Fachlehrerin anzusprechen. Die kennen meist geeignete Anbieter – zum Beispiel gute Schüler aus höheren Klassen, die Nachhilfe erteilen. Positiver Nebeneffekt dieser Frage: Die Lehrkraft merkt, dass der Schüler oder die Schülerin sich aktiv verbessern möchte – das bringt Bonuspunkte. Gibt es – beispielsweise an Haupt- oder Realschulen - keine Schüler aus höheren Klassen oder kennt der Lehrer niemanden, der geeignet wäre, lohnt es sich durchaus, mal im nächstgelegenen Gymnasium einen Aushang zu machen oder in der Tageszeitung zu inserieren. Denn ältere Schülerinnen oder Schüler sind – da sie mit dem Lernstoff aus Schülerperspektive vertraut sind und oft wissen, wie die Probleme und Wissenslücken entstanden sind – als Nachhilfelehrer meist sehr gut geeignet. Außerdem kosten sie deutlich weniger als die Nachhilfe an speziellen Nachhilfeinstituten. Manche Schulen organisieren die Nachhilfe durch Schüler höherer Jahrgänge sogar, dann wird mitunter die noch günstigere Gruppennachhilfe angeboten.
Nachhilfeinstitut sorgfältig auswählen
Nachhilfeinstitute haben gegenüber der Nachhilfe durch ältere Schüler den Vorteil, dass dort mit aller Konsequenz gepaukt und auf einer Basis einer pädagogischen Methodik Wissen vermittelt wird. Schließlich haben die Nachhilfeinstitute einen Ruf zu wahren. Und das geht nur, wenn möglichst viele Nachhilfeschüler messbare Erfolge aufzuweisen haben. Möglicher Nachteil einer Nachhilfeorganisation kann sein, dass dort nebenbei weltanschauliche Inhalte vermittelt werden. So wird immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass weltanschauliche Organisationen wie beispielsweise Scientology oder fundamentalistische Glaubensgemeinschaften sich über Nachhilfeinstituten Zugang zu jungen Menschen und deren Eltern verschaffen. Seriöse Anbieter – die bei der Einstellung des Lehrpersonals Erklärungen unterschrieben lassen, dass keinerlei weltanschaulicher Einfluss auf die Schülerinnen und Schüler ausgeübt wird – sind beispielsweise im Bundesverband der Nachhilfe und Nachmittagschulen VNN organisiert.