Vor dem nächsten Badeurlaub informieren: Ripströmungen – unsichtbar und unberechenbar
Planen Sie einen Trip auf die Südhalbkugel, um dem Winter zu entfliehen? Oder denken Sie schon voller Vorfreude an den nächsten Sommerurlaub an der Nordsee? Bevor Sie sich das nächste Mal in die Wellen stürzt, sollten Sie sich in jedem Fall einer Gefahr bewusst werden, die Ihnen an allen Stränden dieser Welt droht: Ripströmungen. Auf sie sind die meisten der tödlichen Badeunfälle zurückzuführen.
Tödlich mitreißend: Ripströmungen
Ripströmungen können an jedem Strand der Welt und zu jeder Tages- und Jahreszeit auftreten. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach:
Das Wasser wird – meist vom Wind, doch auch Tiden und Strömungsverhältnisse spielen eine Rolle – an den Strand gedrückt und läuft anschließend unter den nächsten auflaufenden Wassermassen wieder zurück. Das Wasser sucht sich immer den direkten Weg zurück ins Meer. Ist der direkte Weg durch Sandbänke, Felsen, Klippen versperrt, drängt das gesamte Wasser durch die Lücken zwischen den Hindernissen zurück. So entsteht eine oft extrem starke Strömung, die das Wasser wieder vom Strand wegführt und Schwimmer weit aufs Meer hinaustreiben kann. Die Geschwindigkeit von Ripströmungen kann sich urplötzlich ändern, sodass aus einer eben noch harmlosen Strömung auf einmal eine mörderische Rückströmung wird mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3 Metern pro Sekunde. Hinzu kommt, dass sie für den unerfahrenen Strandbesucher nur schwer auszumachen ist. Dennoch gibt es wichtige Hinweise: Stellt man beim Blick hinaus aufs Wasser an einer bestimmten Stelle eine Verfärbung des Wassers fest, kann eine Ripströmung hier den Grund aufgewirbelt und Sedimente freigelegt haben. Meiden Sie diese Stelle. Auch ungewöhnliche Wasserbewegungen können ein Indiz für eine gefährliche Ripströmung sein. Trotzdem ist aber bei weitem nicht jede Unterwasserströmung an der Oberfläche zu erkennen.
Wie kann man der Strömung entkommen?
Grundsätzlich sollte man nicht an unbewachten Stränden baden gehen und nach Möglichkeit auch nie allein. Auch sind örtliche Warnhinweise und Badeverbote unbedingt zu beachten. Aber manchmal hilft alle Vorsicht nichts, und man gerät dennoch in eine Ripströmung.
Das Wichtigste:
- Ruhe bewahren, Energie sparen und auf keinen Fall versuchen, gegen die Strömung anzuschwimmen. Der kürzeste Weg wäre hier der gefährlichste, denn gegen eine solche Strömung hätten Sie keine Chance.
- Versuchen Sie, seitlich aus der Strömung herauszuschwimmen, also parallel zum Strand. So bekommen Sie die Chance, außerhalb der reißenden Strömung an den Strand zurückzuschwimmen.
- Schaffen Sie das nicht, versuchen Sie die Aufmerksamkeit anderer Leute auf sich zu ziehen.
- Erblicken nun umgekehrt Sie vom Strand aus einen Menschen in Not, so gilt auch hier wieder: Ruhe bewahren. Stürzen Sie sich unüberlegt in die Fluten, riskieren Sie nur Ihr eigenes Leben und werden womöglich zum zweiten Opfer. Von daher gilt: Die Rettungsschwimmer alarmieren und den Notruf wählen (fast überall in Europa die 112 ohne Vorwahl – falls Sie eine Fernreise planen, sollten Sie sich die in Ihrem Gastland geltende Notrufnummer ebenfalls einprägen). Danach andere Menschen auf die Situation aufmerksam machen und gemeinsam helfen. Manchmal ist es beispielsweise möglich, eine Kette zu bilden, um so die in Not geratene Person zu retten. Aber nie ohne ausreichenden eigenen Schutz!