Notfallverhütung - Die „Pille danach“: kein reguläres Verhütungsmittel
„Du, Lena, gestern habe ich einen echt süßen Typen getroffen. Stell dir vor, wir konnten es gar nicht abwarten! Aber dann ist alles schief gelaufen, das Kondom hatte einen Riss, und dabei bin ich kurz vorm Eisprung, was soll ich nur tun?“ vertraut Sabrina ihrer besten Freundin an. Glücklicherweise weiß Lena Rat, Sabrina geht sofort zu ihrer Frauenärztin, bekommt die „Pille danach“ verschrieben und ist für dieses Mal aus dem Schneider. Was für eine solche Notfallsituation gut ist, ist allerdings kein dauerhaftes Verhütungsmittel.
Die „Pille danach“: wirksam im Einzelfall
Es passiert immer wieder: Die Pille wurde vergessen, das Diaphragma saß nicht an der richtigen Stelle, das Kondom ist gerissen oder man hat im entscheidenden Moment gar nicht mehr an Verhütung gedacht. Kurz vorm Eisprung ist schnelles Handeln wichtig, um eine mögliche Schwangerschaft zu verhindern. Die „Pille danach“ enthält das gestagenartige Hormon Levonorgestrel, das den Eisprung verzögert oder ganz verhindert. So kann keine Befruchtung stattfinden. Anders als eine „Abtreibungspille“ wirkt die „Pille danach“ nicht mehr, wenn sich eine befruchtete Eizelle bereits in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat. Die höchste Wirksamkeit hat die „Pille danach“ innerhalb von 12 bis 24 Stunden, sie wirkt aber in einem Zeitraum von bis zu 72 Stunden. Da die „Pille danach“ in Deutschland rezeptpflichtig ist, sollte unverzüglich ein Frauenarzt oder eine Frauenärztin aufgesucht werden, am Wochenende kann man sich an ein Krankenhaus oder eine Notfallambulanz wenden. Blutungsunregelmäßigkeiten, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und leichte Bauchschmerzen sind mögliche Begleiterscheinungen der „Pille danach“. Wichtig ist, dass die „Pille danach“ keinen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat. Aufpassen sollte man, wenn man zur gleichen Zeit andere Medikamente nimmt. Denn einige Wirkstoffe können die Wirksamkeit der „Pille danach“ verringern. Im Zweifelsfall also unbedingt mit Arzt oder Ärztin darüber sprechen.
Kein Verhütungsmittel auf Dauer
Auch wenn die „Pille danach“ in den allermeisten Fällen wirksam ist, sollte man es nicht einfach „darauf ankommen lassen“. Auf Dauer haben andere hormonelle Verhütungsmittel deutlich weniger Nebenwirkungen und bieten eine viel größere Sicherheit. Im Einzelfall kann es nach Einnahme der „Pille danach“ zu ausgeprägten Zyklusstörungen kommen, sie sollte daher nicht zu oft in kurzen Abständen zum Einsatz kommen. Je häufiger sie innerhalb eines kurzen Zeitraumes eingenommen wird, desto geringer wird die Wirksamkeit. Da die „Pille danach“ den Eisprung verzögern kann, ist Verhütung bis zum Einsetzen der nächsten Regelblutung unbedingt nötig!