Meist so überflüssig wie ein Kropf: Nahrungsergänzungsmittel

Zwei Äpfel und eine Banane formen Augen und MundErnähren auch Sie sich aus der Retorte? Nehmen auch Sie eine Kombination aus Vitamin C und Zink, um Ihre Abwehr zu stärken, Vitamin B, um nervliche Belastungssituationen besser zu überstehen, Biotin für Haut, Haare und Nägel und Mittel, die die Konzentration stärken sollen? Und nehmen Sie außerdem als Sportler hoch dosiertes Magnesium? Versuchen Sie es doch lieber mal mit ausgewogener Ernährung. Die ist wesentlich gesünder. Denn sie bietet alle Nähr- und Vitalstoffe, die Sie brauchen - und das in Verbindung mit anderen gesunden Komponenten wie sekundären Pflanzenstoffen.

Hoch dosiert mit Nebenwirkungen

Junger Mann mit Wasserglas und TabletteViele Präparate sind so hoch dosiert, dass bereits die Einnahme einer Tagesdosis den empfohlenen Bedarf zu 100, 200 oder mehr Prozent abdeckt. Auch enthalten viele Lebensmittelprodukte wie Kakaogetränkepulver heute bereits ab Fabrik zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe. Vitamin A aber z. B. ist in größeren Mengen eindeutig gesundheitsschädlich. Überdosierungen führen zu Kopfschmerzen, Hautveränderungen und Leberschäden. Auch Haarausfall, Schwäche, Knochen- und Gelenkschmerzen können die Folge sein, während der Schwangerschaft kann es zu einer Schädigung des Ungeborenen kommen.

Nur im Ausnahmefall  sinnvoll

junge Frau mit Apfel und KohrabiDeutschland ist kein Vitaminmangel-Land. Trotzdem gibt es Situationen, in denen eine zusätzliche Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen ratsam ist. Schwangere haben einen erhöhten Bedarf an Folsäure, auch Eisenpräparate sind manchmal nötig. Auf ärztliches Anraten sollte dann ein Präparat genommen werden. Auch Personen, die Medikamente einnehmen, krank sind, brauchen manchmal eine Zeitlang zusätzlich Vitamine oder Mineralstoffe. Einen überdurchschnittlichen Bedarf haben ferner Hochleistungssportler, Diättreibende, die vorübergehend sehr wenige Kalorien zu sich nehmen, Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie nikotin- und alkoholgeschädigte Menschen. Auch wer sich sehr einseitig ernährt, kann eventuell mit bestimmten Vitaminen oder Mineralstoffen unterversorgt sein. Dennoch sollten Nahrungsergänzungsmittel auf Dauer nur nach Absprache mit Arzt oder Ärztin eingenommen werden. Beißen Sie lieber häufiger in einen knackigen Apfel und lassen Sie Nahrungsergänzungsmittel im Regal stehen.

Bessere Bioverfügbarkeit natürlicher Lebensmittel

Junge Frau mit Apfel20 mg natürliches Vitamin C in 100 g Apfel den gleichen antioxidativen Effekt haben wie 1500 mg künstliches Vitamin C. Wie das kommt? Ein Apfel enthält zusätzlich zu den Wirkstoffen (Vitaminen und Mineralstoffen) zahlreiche andere Komponenten wie zum Beispiel sekundäre Pflanzenstoffe. Nur bei direktem Verzehr wird das ganze Spektrum an essenziellen und bioaktiven Substanzen aufgenommen und kann im Zusammenspiel freigesetzt werden. Bei Verzehr einiger Lebensmittel deckt man mit nur 100g übrigens gleich den Tagesbedarf von drei oder mehr Vitaminen oder Mineralstoffen: Brokkoli liefert beispielsweise die Vitamine A,K, C, Folsäure und Kalium, Hering Vitamin D, B6, B12 und Pantothensäure, Sonnenblumenkerne die Vitamin E und B1, Magnesium, Selen und Kupfer. Die Bioverfügbarkeit ist bei natürlichen Nahrungsmitteln einfach besser.