Nackte junge Frau mit dem Rücken zur Kamera

Nackt im Netz – was andere von dir wissen

Internet-Communitys sind beliebt – man trifft neben Leuten, die man aus Schule oder Uni kennt vor allem Leute, die man im wirklichen Leben nie kennengelernt hätte. Lockerheit, Zwanglosigkeit und Unverbindlichkeit sorgen dafür, dass so mancher Nutzer alle Vorsicht fahren lässt und äußerst freigiebig Vorlieben und sonstige Daten über sich mitteilt. Folge sind vor allem unerwünschte Werbeangebote. Doch es geht auch schlimmer – und das Internet vergisst nichts.

Ich weiß was über dich

Susanne B. hatte sich auf das Vorstellungsgespräch bei der Bank gefreut. Doch nun war sie sprachlos: Der Personalchef auf der anderen Seite des Tisches schien Dinge über sie zu wissen, die sie nicht in ihren Bewerbungsunterlagen mitgeteilt hatte. Die längst beendete Mitgliedschaft in der Jugendorganisation einer Partei zum Beispiel. Oder ihre Teilnahme an einer Fotoexkursion. Doch das war alles harmlos. Der clevere Personaler hatte nämlich nach allen Regeln der Kunst gegoogelt und ein paar Sachen ans Licht gezogen, von denen sie nicht einmal gewusst hatte, dass sie überhaupt im Netz existierten. Zum Beispiel diese Partyfotos, auf denen sie im erkennbar angetrunkenen Zustand mit knappem Oberteil auf einem Tisch tanzte. Der Personaler bemerkte süffisant, dass sie ja ein sehr geselliger Mensch zu sein scheine, der keine Hemmungen kenne. Genau solche Fotos aber, so fuhr er deutlich ernster fort, könne sich ein seriöses Bankhaus von seinen Mitarbeiterinnen nun wirklich nicht als öffentlich zugänglich wünschen. Der Personalchef ging zwar gleich darauf wieder auf sachliche Aspekte ihrer Bewerbung ein, doch diese Peinlichkeit und die bald darauf folgende Absage der Bank hätte sie sich gern erspart.

Vorsichtig mit Daten umgehen

Man kann unerwünschte Inhalte zur eigenen Person zwar löschen lassen. Aber einfach ist das nicht immer. Zumal wenn es um Fotos geht. Nehmen wir mal an, Sie hätten ein freizügiges Foto von sich auf einer Internetseite platziert, die sich der Aktfotografie widmet. Wenn die Seite einigermaßen seriös ist, verschwindet das Bild wieder, wenn Sie es vom Betreiber verlangen oder Ihren Account dort löschen. Im Zweifelsfall können Sie auch professionelle Dienste oder Anwälte engagieren, die sich darum kümmern, dass unerwünschte Inhalte wie zum Beispiel dieses Bild von einer konkreten Seite verschwinden. Doch das kostet Geld und ist nur begrenzt erfolgreich. Denn worauf Sie keinerlei Einfluss haben, ist die Verbreitung des Bildes durch bereits erfolgte Downloads anderer Nutzer und E-Mail-Versand. Und was einmal im Netz kursiert, kann jederzeit und überall wieder auftauchen.

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Erscheinungsbild im Netz

Wenn Sie auch nur ansatzweise im Netz präsent sind, nehmen Sie sich einmal pro Monat zehn Minuten Zeit, um zu checken, was Sie alles über sich finden. Wenn Sie sorgsam mit persönlichen Angaben umgehen, keine Feinde haben und sich nicht in jeder Situation ablichten lassen, sind Sie vor bösen Überraschungen meist sicher. Natürlich können Sie auch einen Schritt weiter gehen und einen „Reputation Manager“ engagieren, der nicht nur für die Entfernung negativer Einträge sorgt, sondern sich darüber hinaus gezielt um Ihre Imagepflege im Netz kümmert. Doch solange Sie keinen Promistatus haben, dürfte der mit Umsicht gepaarte gesunde Menschenverstand völlig ausreichen, um Sie und Ihren guten Ruf zu schützen.