junge Frau mit vielen Geldscheinen

Nach der Uni ans große Geld?

Nachdem noch vor wenigen Jahren die Löhne für Berufsanfänger im Keller waren, geht es jetzt offenbar wieder aufwärts. Aktuellen Studien zufolge können Einsteiger mitunter 40.000 Euro verlangen.

Erst das Studium, dann das große Geld. Davon träumen viele Akademiker. Für einige könnte der Traum sogar ziemlich schnell wahr werden. Zumindest wenn man aktuellen Studien Glauben schenken darf, die Hochschulabsolventen steigende Einstiegsgehälter voraussagen. So zum Beispiel die Gehaltsstudie 2008 der alma mater GmbH. Der Karriereberater und Personalvermittler für Akademiker wertete insgesamt 1.946 Gehaltsangaben von 864 Unternehmen aus.

West-Ost- und Süd-Nord-Gefälle

Das Ergebnis: Einsteiger mit Diplom können durchschnittlich ein Jahresgehalt von rund 40.000 Euro erzielen – allerdings längst nicht in allen Branchen. Außerdem bestehen in Deutschland ein West-Ost-Gefälle sowie ein Süd-Nord-Gefälle, so der Recruiting-Spezialist weiter. Spitzenreiter bei den Gehältern ist Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern. Hier liegt der durchschnittliche Einstiegslohn bei 40.663 Euro bis 40.832 Euro. Darüber hinaus hängt die Höhe häufig von der Unternehmensgröße ab. In der Gehaltsstudie heißt es, dass Berufsstarter insbesondere bei Kleinstunternehmen aber inzwischen auch bei mittelständischen Unternehmen mit starken Abstrichen beim Gehalt rechnen müssen. Ein weiterer Grund für eine unterschiedliche Entlohnung sind Studienrichtung des Bewerbers und Branche des zukünftigen Arbeitgebers. Alma mater stellte fest, dass sich vor allem Berufsfelder, die in Zusammenhang mit dem produzierenden Gewerbe stehen, im Aufwind befinden. Gefragt sind technische Fachkräfte sowie Absolventen, die in den Bereichen Forschung & Entwicklung, IT und Fertigung Fuß fassen. Stark verbessert haben sich gegenüber den Vorjahren besonders die Aussichten für Berufsaspiranten im technischen Einkauf. Die Personalvermittlung vermutet, dass viele Industrieunternehmen für den Einkauf unternehmerisch denkende Nachwuchskräfte mit technischem Background suchen, die möglichst viele Fremdsprachen beherrschen – und Kandidaten mit diesem eher seltenen Profil weit über Durchschnitt entlohnen. 

Die Realität sieht oft anders aus

Trotz der guten Prognosen bleiben solche Einstiegsgehälter für etliche Uni-Absolventen häufig ein Traum. Sie kommen in kleinen Betrieben unter, in denen sich das Einstiegsgehalt durchschnittlich eher um die 30.000 einpendelt oder nehmen ihren Weg nach oben über ein Trainee-Programm oder ein Praktikum. In beide Varianten steigt man als Lernender ein und erhält dementsprechend weniger Lohn – bei einem Praktikum droht sogar oft die unbezahlte Arbeit. Das betrifft vor allem Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge und Betriebswirte, die sich auf Marketing spezialisiert haben. Experten erwarten zwar für diese Branchen ebenfalls eine Besserung, doch momentan zeigt sich noch keine nennenswerte Steigerung – und viele der Uni-Abgänger sind noch immer froh, überhaupt einen Einstieg gefunden zu haben. Da ist die Höhe des Gehaltes erstmal sekundär.

Tipp: Unabhängig davon, in welcher Branche sie sich bewerben und aus welcher Studienrichtung sie kommen, die Gehaltsvorstellungen bringt üblicherweise der potenzielle Arbeitgeber auf den Tisch. Im Vorstellungsgespräch sollten Sie also abwarten, bis Ihr Gegenüber eine Summe nennt. Macht dieser das auch in einem zweiten Gespräch noch nicht, kann man gegebenenfalls die Initiative ergreifen und nachfragen.