Mich ödet alles an – können mir Bücher helfen?

junge Frau stützt ihren Kopf auf die HändeFast jeder kennt das: Die ganze Welt erscheint schon beim Aufstehen trüb und trostlos, die Farbwelt der eigenen Seelenlandschaft bewegt sich zwischen dunkelgrau und schwarz, man selbst ist lustlos und nichts in der Welt scheint einen noch aufmuntern zu können.  Manch einer verspürt gerade in dieser Situation dann auch noch die Neigung, sich Filme anschauen, die diesen Seelenzustand vertiefen.  Vielleicht wäre es klüger, solche Filme und Bücher auszuwählen, die der eigenen düsteren Stimmung etwas Positives entgegensetzen.

 

Ist Verstimmung gleich Depression?

Depression meint dem Wortsinn nach Niedergeschlagenheit, Schwermut. Man sollte aber beachten, dass es neben dem medizinischen Begriff der behandlungsbedürftigen Depression, die wochen- oder monatelang anhalten kann, auch eine Alltagsdepression gibt, die jeden von uns mal anwehen und erfassen kann, um anderntags wieder verflogen zu sein. Verstimmung meint eher die Alltagsdepression. Und die verfliegt auch ohne medizinischen Beistand nach wenigen Tagen. Mancher macht sich Selbstvorwürfe, als wäre diese Grundstimmung etwas, woran man Schuld hat. Schuld an so einer melancholischen Grundstimmung ist niemand. Diese Tage kommen und gehen. Man kann allerdings dafür sorgen, dass sie etwas schneller wieder vergehen – durch Bücher und Filme.

Lesen gegen Verstimmung

Junges Mädchen stützt ihr Kinn mit der HandNun sind die Menschen zum Glück sehr verschieden und jeder hat seine eigene Art und Weise, um mit Verstimmungen und Niedergeschlagenheit umzugehen. Und natürlich ist sogar ein Zustand der Niedergeschlagenheit denkbar, in dem einen schon der Gedanke an Bücher oder Filme anwidert. Doch gibt es durchaus auch stärkende Arzneien unter den Büchern. Es handelt sich dann oft um Werke, die das Leben von seiner annehmbaren Seite zeigen – freilich ohne in naiven Stimmungskitsch zu verfallen. Ein Autor wie der Norweger Knut Hamsun, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150sten Mal jährt, gibt ein gutes Beispiel. Hamsuns Bücher sind auf eine robuste Art lebensbejahend, zupackend und schonungslos ehrlich. Er zeichnet nie die heile Welt, sondern ist den Abgründen immer näher. Doch er stürzt sich nie voller Verzweiflung in diese Abgründe hinab – obwohl seine eigenen Lebensumstände ihm zuweilen genügend Anlass gegeben hätten. Hamsuns Stil ist auf eine sehr moderne Art lebensbejahend, die helfen kann, Abstand zur eigenen Melancholie zu gewinnen. Und: Keine Angst, dass Hamsun so öde und wirklichkeitsfern ist wie viele deutsche Klassiker aus dem 19. Jahrhundert. Hamsun ist mitten unter uns. Machen Sie doch mal einen Versuch!

Lesetipp:

  • Knut Hamsun: Hunger (als Taschenbuch 9,95 Euro; auch als Hörbuch erhältlich für 19,95 Euro)

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