Konsolenspiele – Spaß vielleicht, aber Sport?

junger Mann mit KonsoleSich fit halten und Spaß dabei haben – für Couch-Potatoes geht das nicht so recht zusammen. Fitness hört sich nämlich eher anstrengend an. Das Versprechen, Fitness mit Fun zu kombinieren, klingt aber durchaus verlockend. Beste Verkaufsaussichten also für Konsolenspiele mit Bewegungsfaktor. Doch welchen Nutzen haben die Dinger wirklich?

 

Marketing für Alibisport

Da hat man sich einen cleveren Trick einfallen lassen. Viele Leute bewegen sich  zu wenig und sind sich dessen auch bewusst. Produkte wie Wii, XBox oder Playstation versprechen Spaß und Bewegung in einem. Und so kauften sich zuletzt immer mehr Bewegungsmuffel eine solche Konsole und betreiben nun Alibisport gegen ihr schlechtes Gewissen. Jetzt stehen allabendlich unzählige Wohnzimmersportler vor dem Fernseher, schwingen den imaginären Golfschläger über dem imaginären Grün, dreschen auf den virtuellen Tennisball ein oder platzieren gekonnt eine rechte Gerade in der Luft.

 

Ohne Fleiß kein Preis – und ohne Schweiß keine Fitness

zwei Mädchen mit KonsolenEin solcher Trend interessiert natürlich auch die Wissenschaftler, die sich ihrerseits nun auf diese populären Geräte stürzen – und dabei zu nicht unbedingt überraschenden Ergebnissen kommen. Konsolen können echten Sport in keinem Fall ersetzen, denn die Controller reagieren meist so empfindlich, dass man höchstens von „Bewegung“ sprechen kann. Anstrengend ist es nicht. Eigentlich klar, den letztendlich soll es eben doch Spaß machen und nicht zu schnellem Atmen und Schweißausbrüchen führen. Für eine gesundheitsfördernde Wirkung sind die Bewegungen daher viel zu reduziert. Außerdem sind die Einheiten, die man vor der Konsole verbringt, viel zu kurz, um so etwas wie einen „Trainingseffekt“ hervorrufen zu können.

 

Vielleicht wird ja mehr daraus

Dennoch gibt es einen positiven Aspekt: Vor dem Sofa zu stehen und sich etwas zu bewegen ist immer noch besser, als auf dem Sofa zu liegen und sich nebenbei womöglich noch mit Chips vollzustopfen. Jemand, der sonst dem Sport nicht sonderlich zugeneigt ist, kann durchaus zur Bewegung animiert werden und auf den Gedanken gebracht werden, es mal mit dem richtigen Sport zu versuchen. Solche Spiele sind zwar keine Alternative zum Sport, aber immerhin eine kleine Alternative zum Nichtstun. Echter Sport an frischer Luft aber ist durch derlei Schnickschnack nicht zu ersetzen. Daher wird niemand, der jeden Tag seine Laufrunde absolviert oder mehrmals in der Woche Fußball spielt, sich von der Konsole davon abhalten lassen, seinen Sport im Freien zu betreiben.