Kein Widerspruch: Kampfsport zum Aggressionsabbau

Wieder mal einen schlechten Tag in der Schule oder bei der Arbeit gehabt? Stress mit Freunden oder den Eltern? Sorgen anderer Art? Miese Laune? Viele Leute haben in solchen Situationen das Bedürfnis, einfach mal so richtig zuzuschlagen. Gern – aber bitte den Sandsack. Und wirklich NUR den Sandsack. Denn ansonsten steht noch mehr Stress vor der Tür. Noch besser als der Sandsack ist Kampfsport.

Disziplin contra Aggression

Kampfsport soll gut gegen Aggression sein? Macht Kampfsport nicht nur noch aggressiver? Nein, denn um Kampfsport zu betreiben ist sehr viel Disziplin gefragt. Und Disziplin hat viel mit Mäßigung und Selbstbeherrschung zu tun und ist das krasse Gegenteil zur Aggressivität.  Sowohl die körperliche als auch die geistige Disziplin kommen besonders bei Kampfsportarten wie zum Beispiel Taekwondo zum Tragen. Es kommt eben nicht aufs  „Draufhauen“ an, der Fokus liegt vielmehr auf richtiger Technik. Der zweifache Europameister im Tang Soo Do – Moo Duk Kwan, Manuel Tysarzik sagt dazu: „Wenn du Aggression als eine wirksame, konzentrierte Form von Energie auffasst, dann ja. Aber Aggression, wie sie tausendmal auf den Schulhöfen und auf der Straße stattfindet, ist geprägt von Formlosigkeit, von Wut und überschäumender unkontrollierter Seelenenergie. Das führt aber stets zur Niederlage. Wer wütend ist, verliert. Wer sich selbst beherrscht, siegt.“ 

Kontrolle lernen

Man lernt sich selbst zu kontrollieren. Eine sehr wichtige Eigenschaft, um seine Aggressionen nicht „aus Versehen“ an anderen Leuten auszulassen. Wer Kontrolle über sich selbst hat, ist oft im Vorteil. In Angstsituationen kann selbst bei der besten Technik die fehlende Kontrolle ein großes Problem sein. Eine etwas ältere, doch immer noch aktuelle Studie aus dem Jahr 1993 belegt, dass Kampfsport den Aggressionsabbau fördert. Die Ausübung von Kampfsport mindert häufige Auslöser für aggressives Verhalten. Ohne Kampfsport entsteht oft das Gefühl von Ängstlichkeit, Aggressivität und Deprimiertheit. Hinzu kommt noch die Langeweile. Nach dem Kampfsporttraining wurden hingegen häufig Gefühle wie Selbstsicherheit, erhöhte Konzentration, eine bessere Stimmung und sogar Entspannung festgestellt. Wer Kampfsport betreibt baut zudem nicht nur Aggressionen ab, sondern hält sich zusätzlich auch noch fit, steigert Kondition und Beweglichkeit.