Musik zwo, drei, vier
Es ist nie zu früh, ein Instrument zu lernen (und nie zu spät)
Endlich mal den Lieblingssong selbst spielen, mit Freunden zusammen eine kleine Band gründen und sich die Welt der Musik dabei auf völlig neue Weise erschließen, dafür ist man nie zu alt – und nie zu jung! Wo Kinder genervt sind und nur auf Druck der Eltern üben, da geben Jugendliche und junge Erwachsene aus eigenem Antrieb oft alles. Sicher, neben Erfolgserlebnissen gibt es bisweilen Frust. Aber mit etwas Geduld und Ausdauer umschifft man auch diese Klippen und stellt fest, dass selber Musik machen einfach gut ist.
Der richtige Einstieg
Für manch einen ist es von Anfang an klar, Saxofon (wahlweise zu ersetzen durch Gitarre, Bass, Schlagzeug) ist das richtige Instrument, das und kein anderes muss es sein. Ein anderer ist zunächst unsicher, welches Instrument am besten passt – aber der Wunsch, ein Instrument zu lernen, möchte endlich befriedigt werden. Ein dritter mag eine bestimmte Musikrichtung, ist sich aber unsicher, ob das Banjo, die Mandoline oder die Geige das schönere Instrument ist. Für Unentschlossene bieten Musikschulen meist Workshops an, bei denen Instrumente ausprobiert werden können. Wer etwas abseitigere Vorlieben hat und beispielsweise keinen Dudelsackunterricht an der nächstgelegenen Musikschule findet, knüpft per Internet oder Kleinanzeigen Kontakte. Für den Anfang reicht ein Leihinstrument völlig aus, denn auch der zielstrebige Saxofonanfänger muss erst herausfinden, welche Art Saxofon die richtige ist. Unterricht nehmen oder autodidaktisch vorgehen, das ist die nächste Frage. Darüber muss natürlich auch der Geldbeutel mitentscheiden. Es gibt viele Notenhefte mit CD, so dass man immerhin weiß, wie sich ein Stück anhören sollte. Praktische Grifftabellen und Tabulaturen erleichtern den Einstieg für Notenlegastheniker. Auch Computerprogramme liefern den richtigen Sound gleich mit. Trotzdem kann gerade in der Anfangsphase ein Lehrer dafür sorgen, dass sich fehlerhafte Spieltechniken gar nicht erst einschleichen, die man sich sonst später mit viel Aufwand wieder abgewöhnen muss. Über die Art und Weise des Lernens entscheiden auch die Vorkenntnisse mit: Sind Noten und Notenlängen bekannt? Oder soll nur nach Gehör und gar nicht nach Noten gespielt werden? Sind Kenntnisse vorhanden vom Klavierunterricht aus der Grundschulzeit, die beim Erlernen eines ganz anderen Instrumentes nützlich sind? Klar ist: Verschiedene musikalische Veranlagungen und eine fast unendliche Zahl von Musikinstrumenten erfordern einen jeweils individuellen Einstieg.
Übung macht den Meister – und ist auch sonst ganz schön nützlich
Doch eines gilt für jeden, der ein Instrument lernen möchte unabhängig vom Alter: Nur regelmäßiges Üben führt zum gewünschten Erfolg. Zu Anfang ist die Motivation sicher groß und entsprechend lang fallen die Übungseinheiten aus. Da kann es beim Spielen einer Gitarre mit Stahlsaiten recht schnell zu schmerzenden Fingerkuppen kommen. Jetzt nicht locker lassen, die Haut wird mit der Zeit weniger empfindlich. Die ersten Töne auf der Geige hören sich an wie Katzengejammer und auch der Mundharmonika sind nur schwer die richtigen Töne zu entlocken? Geduld heißt das Zauberwort, dann können die Anfangsschwierigkeiten überwunden werden. Und je weiter man vorankommt, desto mehr Spaß macht das Ganze. Sicher wird es immer wieder Phasen der Stagnation geben. Wenn es bei einem Stück gar nicht voran geht, besser ein anderes wählen. Und auch beim Musiklehrer klar stellen, welche Art von Musik man lernen möchte. Ein Stück hört sich auf der CD super an, scheint aber noch zu schwierig zu sein? Nur Mut, durch intensives Üben ist auch das zu bewältigen. Oft erhöht das Spielen mit anderen den Spaßfaktor. Sicher, für eine Profikarriere reicht es wahrscheinlich nicht mehr. Doch im Zusammenspiel mit anderen erschließen sich ganz neue Möglichkeiten, indem die verschiedenen Instrumente sich ergänzen und sich gegenseitig zur Geltung bringen. Außerdem knüpft das Erlernen eines Instruments neue Synapsenverbindungen im Hirn, die einem das Lernen auch in anderen Bereichen erleichtern. Ausprobieren!