Cheerleader

Go, Tigers, go! Cheerleading als moderner Trendsport

Cheerleader? Sind das nicht die süßen Mädchen, die in ihren kurzen Röckchen bei einem American Footballspiel am Spielfeldrand herumhopsen, mit Puscheln wedeln und ihre Footballspieler anhimmeln? Weit gefehlt! Cheerleading ist heute eine moderne Sportart, die Elemente aus Tanz, Akrobatik und Gymnastik vereinigt und nebenbei noch Gleichgewicht, Koordination und Konzentration optimal schult.

Zwar sind Cheerleader meist Mädchen oder Frauen, doch es gibt auch gemischte Gruppen, für schwierige Hebefiguren werden Männer oft händeringend gesucht.

Harte Arbeit, die den ganzen Körper fordert

Junge Frau beim StretchingWas so leicht und beschwingt und vor allem nach Showeinlage aussieht, setzt ausgeprägte Fitness und hartes Training voraus. Denn beim Cheerleading bleibt keine Muskelpartie ungenutzt. Das Cheerleading kennt bestimmte Grundelemente: „Motion“ sind bestimmte Bewegungen und Haltungen der Arme. Tritte oder Schwünge der Beine werden als „Kick“ bezeichnet. Sprünge, „Jumps“, flankieren Höhepunkte im Spiel der Mannschaft oder schließen eine Darbietung ab. Eine Pyramide oder ein „Stunt“ wird von mehreren Cheerleadern ausgeführt. Die Person am Boden bildet die „Base“, bei schwierigen Hebefiguren ist dies oft ein Mann. Die gehobene oder gehaltene Person wird als „Mounter“ bezeichnet. Bei solchen Übungen kommt es auf eine gute Körperspannung an, nur so entsteht eine gewisse Leichtigkeit bei einer schwierigen Figur. „Spotter“ sind Personen, die solche Übungen absichern und die „Mounter“ vor einem eventuellen Sturz bewahren. „Cheers“ sind Anfeuerungen aus Worten und Bewegungen, und auch „Chants“, Sprechgesänge, gehören zu einer Cheerleaderdarbietung dazu. „Props“ werden die Requisiten genannt, die die Cheerleader zur Unterstützung ihrer Darbietung benutzen. Pompons sind die bekanntesten Hilfsmittel, aber auch Pappmegaphone oder Fahnen kommen zum Einsatz. Die Cheerleadergruppe wird als „Squad“ bezeichnet. Die Gruppen sind unterschiedlich groß, oft sind es nur Mädchen oder Frauen, es gibt aber auch viele gemischte Gruppen in verschiedenen Altersstufen.

Von der Jubeltruppe zur anspruchsvollen Sportart

Junge Frau beim StretchingVor 110 Jahren hatte eine Gruppe von Cheerleadern ihren ersten Auftritt an der University of Minnesota: Einige Männer heizten durch Sprechgesänge das Publikum an, um so die heimische Footballmannschaft durch gemeinsames, rhythmisches Anfeuern zu unterstützen. Erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Schlachtrufe durch tänzerische Elemente ergänzt. Heute ist Cheerleading eine anspruchsvolle Sportart, Fortgeschrittene zeigen Spagat und Flickflack und bilden Pyramiden. Das muss aber nicht sein. Jeder kann jederzeit mit Cheerleading beginnen. Die Choreografie kann auch tänzerische Elemente in den Vordergrund stellen. Wichtig ist dann die exakte und synchrone Ausführung der Bewegungen, volle Konzentration auf sich selbst und die anderen der Gruppe ist dabei unerlässlich. Die eigentliche Aufgabe der Cheerleadergruppe ist immer noch das Anfeuern der Football-, Basketball-, Handball- oder Eishockeymannschaft. Darüber hinaus trainieren die Gruppen oft mehrmals die Woche für regionale und überregionale Meisterschaften. Cheerleading gewinnt auch abseits der Spielfelder immer mehr an Bedeutung, Hochschulsport und Volkshochschulen haben eigene Angebote. Mehr als 700 Teams sind in einer Squadliste eingetragen.