Gib mir Saures - Warum Schwangere Essiggurken lieben
Spätestens, wenn eine junge Frau Heißhunger auf saure Gurken verspürt, ist alles klar: Sie muss schwanger sein! Der gierige Biss in die Essiggurke erscheint vielen als sicherster Schwangerschaftstest überhaupt. Schwangerschaft ist nicht unbedingt Saure-Gurken-Zeit, aber seltsame Essgelüste und auch Ekelgefühle bei bestimmten Gerüchen sind gerade in den ersten Wochen einer Schwangerschaft keine Seltenheit. Was gestern noch Leibspeise war, wird heute mit Abscheu weg geschoben, kann aber morgen schon wieder heiß begehrt sein. Viele Frauen haben in der aufregenden Zeit ihrer Schwangerschaft verstärkt Appetit auf frische Sachen, wie Obst, Gemüse und Milchprodukte. Tatsächlich ist es sinnvoll, gerade in der Schwangerschaft auf eine gesunde Ernährung zu achten, damit das Baby und die werdende Mutter optimal versorgt sind.
Der Mythos von der sauren Gurke
Einer niederländischen Studie zufolge ist die saure Gurke kein Muss in der Schwangerschaft: Von 1.000 befragten Frauen gaben nur etwa 8 % an, in der Schwangerschaft mehr saure Gurken als sonst gegessen zu haben. Von Heißhungerattacken werden allerdings gerade in den ersten Wochen der Schwangerschaft viele Frauen überfallen. Ziel kann dann neben den sprichwörtlichen sauren Gurken auch eine Tafel Schokolade, ein großes Stück Käse oder ein Fischbrötchen sein. Der Anstieg des Hormons Beta-HCG ruft vermutlich Heißhunger und Schwangerschaftsübelkeit gleichermaßen hervor. Für viele Frauen, die mit Rücksicht auf ihre Figur eher wenig essen, ist mit dem Beginn der Schwangerschaft die Zeit der Kasteiung vorbei, soll heißen: Endlich fühlen sie sich frei, das zu essen, was sie schon immer mal essen wollten, nämlich die extra große Pizza oder einen riesigen Eisbecher. Das ist meist auch gar kein Problem, solange ein gewisses Maß eingehalten wird. Und wenn eine Zeit lang das große Eis heiß begehrt war, folgt darauf wahrscheinlich eine Zeit, in der eine große Portion Obstsalat der absolute Favorit ist. Da auch der Geruchssinn von den Hormonschwankungen betroffen ist, kann so manche Frau ihr bisheriges Lieblingsgericht vielleicht einfach nicht mehr riechen. Aber auch da wird sich sicher bald ein Ersatz finden. Häufig werden Abneigungen entwickelt, die den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel erleichtern, wie z. B. starken Kaffee in Unmengen oder alkoholischen Getränke, denn die sind unbedingt tabu während der gesamten Schwangerschaft.
Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft
Oft klappt es mit der Ernährung schon, wenn Sie einfach auf Ihr gutes Körpergefühl vertrauen. Viele Frauen haben verstärkt Appetit auf viel frisches Obst, Gemüse und Milchprodukte. Vollkornprodukte sollten Weißmehlprodukten vorgezogen werden. Auch stark gewürzte Speisen stehen oft hoch im Kurs. Gewürze sind meist verdauungsfördernd, mit Ingwer lässt sich eventuell sogar die Schwangerschaftsübelkeit bekämpfen. Wichtig ist die ausreichende Versorgung mit Eisen, Folsäure und allen anderen wichtigen Nährstoffen, darüber wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen sprechen. Spätestens ab dem vierten Monat sollten Schwangere etwas mehr essen und etwa 8 bis 12 Kilo während der gesamten Schwangerschaft zunehmen. Extrem wenig zu essen, um nach der Geburt schnell wieder schlank zu sein, wäre gefährlicher Ehrgeiz. Fällt die Gewichtszunahme etwas höher aus, ist das meist auch nicht schlimm. Eine regelrechte Überernährung wäre allerdings für die Schwangere und das Baby nicht gut, übermäßig schwere Babys neigen häufig zu Übergewicht im Jugend- und Erwachsenenalter. Neben Alkohol sind auch einige andere Lebensmittel ein No-go während der Schwangerschaft: roher Fisch, rohes Fleisch und rohe Eier (selbstgemachte Mayonnaise, Tiramisu, Softeis), Rohmilchkäse, Salami und Leber. Besonders gegen Ende der Schwangerschaft sollten mehrere kleinere Mahlzeiten statt weniger großer eingenommen werden, da das Baby jetzt schon sehr groß ist und der Magen arg zusammengedrückt wird. Bei Sodbrennen hilft oft ein Schluck kalte Milch oder ein Löffel kalter Joghurt. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse schmeckt nicht nur, sondern ist auch das Beste für Sie und Ihr Baby; und befremdliche Essgelüste dürfen dann gern auch mal befriedigt werden.
Tipp: Sollten Sie auch ohne Gurkengelüste gerade schwanger und überdies bei uns versichert sein, denken Sie bitte daran, sich umgehend bei uns zu melden. Sie können dann an unseren nachgewiesenermaßen wirksamen Programmen zur Verhinderung von Frühgeburten teilnehmen.