Gewalt unter Mädchen? Verrohung kennt keine Geschlechtergrenzen
Es gibt die Tendenz, Frauen und Mädchen pauschal als das friedfertigere, sozialere Geschlecht zu betrachten. Fakt ist jedoch, dass auch Mädchen Konflikte mit Fäusten und Tritten austragen. Oft sind sogar Gründe und Anlässe die gleichen wie bei Jungs und Männern: Reviere werden verteidigt, Herrschaftsansprüche untermauert und Fehlverhalten anderer wird bestraft.
Gewalt löst keine Probleme, sondern schafft welche
Es scheint so verlockend zu sein: Ein gezielter Tritt oder Schlag – und die Kontrahentin gibt endlich Ruhe. Doch abgesehen davon, dass Schläge unter zivilisierten Menschen als Mittel der Durchsetzung absolut tabu sein sollten, können Körperverletzungen auch juristische Folgen für die Schlägerin bzw. den Schläger haben. Und damit fangen die Probleme erst an. Wenn es beim ersten Mal noch mit ein paar Sozialstunden abgeht, droht beim zweiten Mal Jugendarrest. Von da bis zur ersten aktenkundigen Vorstrafe ist es nicht weit. Wenn Sie zu denjenigen gehörigen, denen leicht mal die Hand ausrutscht, machen Sie sich bitte die möglichen Folgen für Ihr eigenes Leben klar.
Gewalt ist unentschuldbar
Oft werden bei Gewalttätern – ob männlich oder weiblich ist hier zweitrangig – eine schwere Kindheit, prügelnde Eltern, Alkoholsucht und dergleichen mehr als Ursache für das Fehlverhalten und in eins damit als Entschuldigung angeführt. Demgegenüber gilt es klar festzustellen: Auch wenn man selbst Opfer war oder ist, gibt einem das kein Recht, selbst zum Täter oder zur Täterin zu werden. Wer aus familiären Gründen selbst zu Gewalttaten neigt und dies merkt, sollte aus eigenem Antrieb professionelle Hilfe suchen. Und zwar ohne falsche Scham. Es gibt spezielle Antiaggressionstrainigs für jugendliche Gewalttäter und Gewalttäterinnen. Sie werden mancherorts in Schulen, von der Jugendgerichtshilfe und von der Polizei angeboten.
Funktionieren Deeskalationsstrategien?
Falls Sie selbst nicht gewalttätig sind, aber Gewalttaten anderer beobachten oder selbst Opfer sind: Es gibt keine perfekte Deeskalationsstrategie. Wer entschlossen ist, zuzuschlagen, wird sich durch Beschwichtigungsversuche nicht abhalten lassen, sondern sich im Gegenteil vielleicht sogar zusätzlich provoziert fühlen. Natürlich können Sie versuchen, durch Worte Schlimmeres zu verhindern. Sie können, wenn Sie Kampfsporterfahrung haben, auch selbst eine Kampfposition einnehmen und Aggressoren einzuschüchtern versuchen. Sie können auch versuchen, bis dahin Unbeteiligte zu involvieren und aufzufordern, dem Treiben ein Ende zu setzen. Doch auch das geht nicht immer gut.
Aggressionspotenziale abbauen
Vielleicht beobachten Sie an sich selbst die Tendenz, Probleme nicht durch Argumente, sondern durch Körpereinsatz zu lösen. Das beste Mittel, Ihre Aggressionen im Keim zu ersticken: Sport – und zwar so exzessiv wie möglich. Wer sich körperlich regelmäßig bis an die Grenze auspowert, lebt nicht nur gesünder, sondern auch sozialverträglicher. Nach harter sportlicher Belastung befindet sich der Körper in einem Zustand, der nicht unbedingt auf weitere Aktionen aus ist. Mannschaftssportarten haben darüber hinaus den Vorteil, Fairplay und Teamerfahrung zu begünstigen. Und falls Sie sich nicht zu sportlicher Betätigung hingezogen fühlen: Versuchen Sie es doch mal mit Tanzen bis zum Umfallen!