Ganz schön krank, was wir so essen

TofuLebensmittelimitate machen zwar nicht zwangsläufig krank, doch das Prinzip selbst kann man einfach nur als krank bezeichnen: Käseimitat statt Käse, Schinkenimitat statt Schinken und statt echter Garnelen eben das Garnelenimitat. Übrigens sind keineswegs vorrangig Billigprodukte betroffen – auch Markenprodukte fielen bei Kontrollen negativ auf.

Im Unterschied zum Gammelfleisch-, Gammelkäse- und Olivenölskandal ist beim aktuellen Skandal keine akute Gesundheitsgefährdung der Verbraucher zu erwarten. Garnelenimitate werden aus Fischmuskeleiweiß gepresst, Schinkenimitat aus tierischem Eiweiß und Wasser, Analogkäse aus Fetten, Eiweißpulver, Wasser.

GarneleDas Ganze wird zusätzlich mit Aromen und etwas Lebensmittelfarbe aufgepeppt, doch der Verzehr gilt als unbedenklich. Essen allerdings möchte man so was eigentlich nicht. Da heißt es: Augen auf – und die Zutatenliste lesen!

  • Je länger die Zutatenliste bei eigentlich natürlichen Produkten, desto eher gilt: Hier könnte gefälscht oder gepanscht worden sein.

  • Die erste auf der Zutatenliste angegebene Substanz ist am stärksten im Produkt vertreten.

  • Vorsicht bei verdächtig vielen Aromen und Zusatzstoffen: Naturbelassene, unverfälschte Lebensmittel kommen in der Regel ohne sie aus.

  • Vorsicht auch bei blumigen Umschreibungen – nur wenn Käse draufsteht, ist auch garantiert Käse drin. Bei „Käsezubereitungen“ muss immerhin etwas echter Käse enthalten sein; käseähnliche Krümel mit dem Aufdruck „Pizza-Mix“ hingegen sind alles – nur kein Käse.

  • Kann man keinen Einblick in die Zutatenliste nehmen (etwa im Restaurant oder oft auch an Fleisch- und Käsetheken im Supermarkt), hilft nur Nachfragen. Können Wirt oder Verkäufer keine befriedigende Erklärung geben, sollte man sich nach Alternativen umsehen.