Frauenessen? Männeressen? Jeder is(s)t anders.

Junge Frauen und Männer teilen sich ein BaguetteAuf dem Tisch stehen Salate, eine Gemüsepfanne mit Reis und etwas Hähnchen und zum Nachtisch Obst? Oder stehen dort etwa große Fleischteller mit Pommes und einem Salatblatt zur Deko? Im ersten Fall treffen sich wahrscheinlich Frauen zum Essen, im zweiten Fall Männer. Frauen trinken dazu ein Gläschen Sekt, Wasser oder eine Weinschorle, Männer bevorzugen das ein oder andere Bier und sagen auch nicht Nein zu einem Verdauungsschnäpschen. Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zufolge essen Männer tatsächlich deutlich mehr Fleisch und weniger Gemüse als Frauen, der Anteil der Frauen an den Vegetariern ist überdurchschnittlich hoch. Außerdem verputzen Männer ihre Portionen im Allgemeinen wesentlich schneller als Frauen. Gibt es Gründe für diese Unterschiede? Und sollten Männer und Frauen besser getrennt essen oder können sie am Tisch  voneinander lernen?

Angeboren oder anerzogen?

Obwohl Jungen und Mädchen heute das Gleiche auf dem Teller haben, scheinen uralte Instinkte hinsichtlich der Nahrungsauswahl bei Männern und Frauen sich immer wieder Bahn zu brechen. Als die Männer noch auf die Jagd gingen, brauchten sie viel Kraft. Durch den Verzehr von Muskelfleisch hofften sie, auf magische Weise ihre Muskelkraft zu erhöhen. Außerdem waren mächtige Tiere wie Adler oder Löwen als Fleischfresser Vorbild. Frauen dagegen waren für das Sammeln von pflanzlicher Nahrung zuständig. Bei längeren Jagdausflügen der Männer haben sie sich sicherlich nicht selten ausschließlich von Pflanzen ernährt. Viele Männer sind auch heute noch der Meinung, dass Mais oder Rüben Viehfutter sind und auf ihrem Teller nichts verloren haben. Zwar haben Männer gemeinhin eine größere Muskelmasse als Frauen, trotzdem könnten sie in Zeiten von Bürojobs ihren Eiweißbedarf problemlos durch pflanzliche Kost decken. Ein Getreidebratling gilt vielen allerdings als unmännlich. Frauen sagt man nach, dass sie wahre Naschkatzen sind und Schokolade nur schwer widerstehen können, deshalb ist das Kaffeekränzchen immer noch den Frauen vorbehalten. Aber auch unter den Männern gibt es ganz Süße. Sie bevorzugen zumeist dunkle knackige Schokoladen, während Frauen eher zu cremigen Sorten greifen. Auch diese Vorlieben könnten anerzogen sein: Mädchen werden schon mal mit einer kleinen Süßigkeit getröstet, während Jungen lernen, sich durchbeißen zu müssen.

Gemeinsam genießen

junge Frau isst genüßlich TorteAnscheinend ernähren Frauen sich gesünder als Männer, sie verzehren mehr Obst und Gemüse und sind insgesamt weniger übergewichtig. Oft gehen sie dabei aber sehr kontrolliert vor: Mancher Salat wird in erster Linie verdrückt, weil man weiß, dass er gesund ist, und nicht weil er so unwiderstehlich ist. Mit Genuss hat das wenig zu tun. Werden dann doch mal die Nudeln mit Käse und Sahnesoße gewählt, legen viele Frauen anschließend mit schlechtem Gewissen einen Obsttag ein. Aber auch Männer sind beim Essen nur eingeschränkt genussfähig: Sie wählen zwar ihr Essen nach Lust und Laune, verschlingen es häufig aber geradezu, auch dabei bleibt der Genuss auf der Strecke. Sicher, manchmal fehlt die Zeit für eine ausgiebige Mahlzeit. Trotzdem gibt es genügend Gelegenheiten, bei denen Männer sich auf ein unbekanntes Gemüsegericht einlassen können und Frauen ohne auf die Kalorienzahl zu achten ein Hauptgericht aussuchen. Und wenn der Mann dann sein Esstempo dem der Frau angleicht, wählen sie beide gemeinsam einen leckeren Nachtisch.