Erdbeeren im Dezember?
Essen mit den Jahreszeiten
Voller Vorfreude auf etwas Leckeres umkreise ich den Obst- und Gemüsestand auf dem Wochenmarkt, da springen mir als erstes die Erdbeeren ins Auge. Aber es ist doch Dezember? Trotzdem, sie sehen appetitlich aus und Obst ist schließlich gesund. Dazu ein paar Paprika, Tomaten und ein Salat, das müsste reichen für ein gesundes Essen. Beim Bezahlen stutze ich, denn der Einkauf wird deutlich teurer, als ich gedacht hatte, aber was tut man nicht alles für seine Gesundheit! Die Händlerin bemerkt mein Zögern und rät mir, statt Erdbeeren und Tomaten lieber Gemüse der Saison zu kaufen. Schließlich gehe ich mit Äpfeln, einer Handvoll Nüsse, schwarzem Winterrettich, ein paar Möhren und Pastinaken nach Hause. Der Einkauf war jetzt erstaunlich günstig, da sitzt jetzt noch ein leckerer Milchkaffee auf dem Wochenmarkt drin!
Gemüse der Saison: gesund und preiswert
Die Gemüsetheken sehen heutzutage das ganze Jahr über fast gleich aus, aber welches Gemüse wächst eigentlich zu welcher Jahreszeit? In Zeiten ohne eigenen Gemüsegarten ist das Wissen darüber schon fast in Vergessenheit geraten. Doch zum Glück gibt es Saisonkalender für Obst und Gemüse in vielen Kochbüchern und natürlich auch im Netz. Geschmacksvielfalt ist auf jeden Fall garantiert, wenn man sich auf die Gemüse der Saison einlässt. Und eigentlich hat jeder schon mal festgestellt, dass Tomaten oder Erdbeeren im Dezember einfach nicht aromatisch sind, sondern meist fade und langweilig. Doch das erntefrische Gemüse punktet nicht nur mit einem hervorragenden Geschmack, es enthält auch deutlich mehr Vitamine als Gemüse, das lange Wege in Kühltransportern hinter sich hat. Freilandware der Saison ist außerdem meist deutlich weniger mit Schadstoffen belastet als Treibhausware. Nebenbei spart man noch jede Menge Energie, wenn man Obst und Gemüse aus der Region auf dem Wochenmarkt kauft: Nicht nur lange Transportwege entfallen, auch aufwändige Kunststoffverpackungen werden nicht benötigt. Das macht sich meist in günstigen Preisen bemerkbar. In Supermärkten finden sich die gesunden und preiswerten Wintergemüse wie Sellerie, Rote Bete, Steckrüben und viele Kohlarten meist in den unteren Regalen der Gemüsetheke. Aber Bücken lohnt sich!
Mein Wintergericht
Nun bin ich schon ganz gespannt, wie mein Essen mit Wintergemüse schmeckt, das ist echtes Neuland für mich. Ich blättere durch ein paar Kochbücher und habe schließlich folgendes auf dem Tisch: Als Vorspeise gibt es einen Salat aus Rettich und Möhren, als Hauptgericht gebratenen Pastinaken zu Nudeln und zum Nachtisch Äpfel und Nüsse. Als erstes bereite ich die Nachspeise vor: Äpfel klein schneiden, mit den vorbereiteten Nüssen und mit Ahornsirup und etwas Zitronensaft vermischen. Für den Salat den Rettich und die Möhren dünn schälen, raspeln und leicht salzen. Für die Sauce saure Sahne mit etwas Zitronensaft und Honig vermischen. Alles vermengen und eventuell noch mit gerösteten Sonnenblumenkernen bestreuen. Für das Hauptgericht die Pastinaken dünn schälen, sehr klein schneiden oder hobeln und in der Pfanne mit Butter, gewürfeltem durchwachsenen Speck, Salz, Knoblauch, Thymian, Bohnenkraut und Rosmarin weich braten, dabei etwas Wasser zufügen, damit das Ganze nicht anbrennt. In der Zwischenzeit Spaghetti kochen. Die Nudeln mit den Pastinaken vermengen, alles mit Parmesan und frisch gemahlenem Pfeffer servieren. Das war echt lecker! Und beim nächsten Einkauf wage ich mich an Sellerie und Rote Bete, letztere sollen als Rohkost hervorragend zu Schafskäse passen und aus Sellerie kann man mit gemahlenen Haselnüssen panierte Schnitzel zubereiten.