Der schnelle Sprung in die Notaufnahme
Trampoline haben Hochkonjunktur. Kein Wunder, macht dieses Sportgerät doch nicht nur durchtrainierten Sportlern Spaß, sondern auch Anfängern, die mal eben ein paar Runden hüpfen wollen. Doch gerade denen drohen mannigfache Verletzungen – vor allem auf privaten Trampolinen, die es trotz TÜV-Siegel hinsichtlich der Verletzungssicherheit natürlich nicht mit Profianlagen aufnehmen können. Hinzu kommt die Selbstüberschätzung ungeübter Trampolinspringer. Folge ist eine wachsende Zahl von Trampolinunfällen mit oft schweren Verletzungen.
Klassische Verletzungsmuster
Wer sich beim Trampolinspringen verletzt, verletzt sich meist richtig. Prellungen, Sehnenrisse und Hautabschürfungen zählen dabei zu den harmlosen Blessuren. Nicht selten kommt es auch zu Arm- und Beinbrüchen. Am gefährlichsten aber sind Schädelbrüche, Verletzungen der Wirbelsäule und Schädel-Hirn-Traumata. In vielen Fällen bleibt es übrigens nicht bei nur einer Verletzung – der Trend geht zur Mehrfachverletzung. Schuld ist in den wenigsten Fällen das Trampolin, sondern fast immer sein Nutzer. Seit in vielen Eigenheimgärten das preisgünstig erworbene Trampolin zur Standardausstattung zählt, dient das Sportgerät keinesfalls nur der körperlichen Ertüchtigung, sondern verführt immer wieder auch angetrunkene Grillpartygäste zur kunstvollen Darbietung eines Salto mortale, womöglich noch mit der Bierflasche in der Hand. Dass Trampoline heute mit Sicherheitsnetz ausgerüstet sind, dient nur vordergründig der Sicherheit ungeübter Nutzer, das sie beim Anblick des Netzes meist denken: „Prima, dann kann mir ja nichts passieren.“ In Arztpraxen und Krankenhäusern weiß man längst, dass diese Einschätzung ein fataler Irrtum ist.
Das kleine Sicherheits-1x1
Eigentlich ist Trampolinspringen nicht gesundheitsschädlich, im Gegenteil. Trampolinspringen fördert Kondition und Koordinationsvermögen und ist wie jeder Bewegungssport gut für den Kreislauf. Man muss sich nur klarmachen, dass ein Trampolin ein Sportgerät und kein Spielzeug ist. Wenn Sie dann auch noch die folgenden Tipps beherzigen, stehen Ihre Chancen gut, die Freuden das Trampolinspringen ungetrübt genießen zu können:
- Wie jede Sportart will auch das Trampolinspringen trainiert sein
- Nutzen Sie professionelle Trampoline in Vereinen und Sportanlagen, wo Aufsicht und Hilfestellung gewährleistet sind
- Wenn Sie ein eigenes Trampolin aufstellen, achten Sie darauf, dass weder spitze Zäume noch Bäume in unmittelbarer Nähe sich befinden
- Auf ein Trampolin gehört jeweils nur eine Person – springt mehr als eine Person gleichzeitig, verdoppelt sich das Verletzungsrisiko
- Benutzen Sie niemals ein Trampolin nach Genuss von Alkoholika oder sonstigen Rauschmitteln