Der gute Ton: Umgangsformen und Dresscodes
Ob Büro, Lager oder Werkhalle: Gute Umgangsformen sind gefragt. Doch was ist gut und was schlecht?
Du oder Sie?
Du oder Sie – das ist hier die Frage. Nicht nur Berufseinsteiger sind sich oft unsicher. Bleiben Sie zunächst beim „Sie“ und warten Sie, bis Ihnen das „Du“ angeboten wird. Eine Alternative ist Nachfragen. Bei netten Kollegen und sympathischen Kolleginnen können Sie durchaus freundlich nachhaken: „Wie wollen wir es mit der Anrede halten?“ In einigen Firmen gehört das „Du“ zur Unternehmenskultur. Hier drohen andere Probleme. Denn das „Du“ suggeriert eine Gleichheit, die in der Arbeitswelt nicht unbedingt immer existiert. Zum Beispiel zwischen Chefin und Arbeitnehmerin oder Ausbilder und Auszubildendem. Auch ein Vorgesetzter, der geduzt wird, will in der Regel mit Respekt behandelt werden. Vorsichtig sein sollten Sie auch beim Ablehnen eines Duz-Angebotes – Ihr Gegenüber könnte sich gekränkt fühlen. Vermeiden sollten Sie es außerdem, ein einmal gegebenes „Du“ wieder zurückzunehmen. Denn das ist ein deutliches Zeichen der Distanz. Eine Ausnahme bildet höchstens das „Schnaps-Du“. Gemeint ist das „Du“, das sich beispielsweise auf einer feucht-fröhlichen Betriebsfeier zwischen dem fünften und dem sechsten Bier einschleicht. Darauf am nächsten Morgen zu beharren, kann peinlich werden.
Kleiner E-Mail-Knigge
E-Mails erleichtern die Kommunikation, das ist richtig. Sie lassen sich schnell tippen, fix hin- und herschicken und sind – wenigstens in der privaten Kommunikation – weniger formell. Jede E-Mail sollte allerdings sorgfältig durchdacht sein:
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Eine korrekte Anrede muss sein: Ohne ein „Hallo“ oder das aus Briefen übliche „Sehr geehrter“ sollte keine E-Mail den eigenen Rechner verlassen.
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Im Fließtext kommt es besonders auf ordentliche Formulierungen, ganze Sätze und eine korrekte Rechtschreibung an.
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Unhöflich sind Wörter in Großbuchstaben, sie wirken wie Anschreien. Auch die Kleinschreibung gehört höchstens in private E-Mails, da sie schwer zu lesen ist. Unangebracht sind beliebten Abkürzungen wie „CU“ für „See you“, „MfG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“ oder „LG“ für „Lieben Gruß“.
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Im beruflichen Schriftverkehr haben darüber hinaus Smileys nichts verloren.
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Ebenso sollte Ironie außen vor bleiben. Denn witzige oder zweideutige Bemerkungen gehen in der Schriftsprache oft unter. Allzu schnell nimmt der Kollege den Scherz für bare Münze.
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Bedenken sollten Sie auch, dass E-Mails rechtliche Beweiskraft haben: Was Sie einem Mailpartner mitteilen, besitzt er im Zweifelsfall schwarz auf weiß.
Kleider machen Leute
Wer in einem dunklen Anzug aus feinem Stoff und schwarzen Schuhen daher kommt, wird anders wahrgenommen als jemand in T-Shirt, Jeans und Slippern. Er wirkt kompetenter, seriöser und Vertrauen erweckender – und fühlt sich häufig auch so. Im technisch-gewerblichen Bereich wird zwar selten ein Anzug erwartet, doch auch hier sollte die Kleidung sauber, intakt und unaufdringlich sein. Auf diese Dinge sollten Sie achten:
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Buntes und groß Gemustertes wirken oft unseriös.
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Vorsicht geboten ist auch bei lustigen Themenkrawatten oder -socken, denn nicht jeder teilt Ihren Humor.
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Völlig tabu sind Flipflops an den Füßen, weiße Socken, Sonnenbrillen im Haar und Shorts.
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Für Damen gilt: Im Sommer sind kurze Hosen und Röcke durchaus erlaubt – so lange beides nicht zu knapp sitzt. Viele Arbeitgeber erwarten, dass der Rock zumindest bis zum Knie reicht. Ob Nylonstrümpfe sein müssen oder nicht, darüber streiten sich die Etikette-Experten. Tops mit Spaghetti-Trägern, extrem hohe Absätzen oder bauchfreies T-Shirt sind strikt zu vermeiden.
Auch wenn sich die Firmen bei der Kleidungsfrage unterscheiden, als Grundsatz gilt: Nicht auffallen. Das umfasst nicht nur den Kollegen in Hawaiihemd und Sandalen, sondern auch die Kollegin im schwarzen Kostüm, wenn alle anderen Jeans tragen. Sind Uniform, Blaumann oder weißer Kittel vorgeschrieben, muss selbstverständlich die jeweilige Berufskleidung getragen werden. Existieren keine festen Regeln, sollten Sie sich bei der Kleiderwahl am besten an den Vorgesetzten und an der allgemein gültigen Büro-Etikette orientieren.
Sich entschuldigen leicht gemacht
Fehler und Irrtümer sind menschlich. In solchen Fällen kann eine Entschuldigung angebracht sein. Bei Bagatellen können Sie auch eine Entschuldigungs-E-Mail versenden. Doch besser ist die Entschuldigung im direkten Gespräch. Zeigen Sie Reue, vermeiden Sie Floskeln und bleiben Sie so konkret wie möglich. Ausflüchte sind jetzt fehl am Platz. Eine Entschuldigung ist für den Gekränkten nur dann akzeptabel, wenn Sie als Eingeständnis eines Fehlverhaltens und als Bitte um Verzeihung wahrgenommen wird. Und wenn sie zeitnah kommt.