Holzhütte

Ausbildung in der Fremde: Hütte gesucht

Möbliertes Zimmer, WGs oder Jugendwohnheime: Besonders wenn es für die Ausbildung in eine andere Stadt geht, muss ein neues Zuhause her. Glück hat meistens, wer bei den Eltern wohnen bleiben kann – das ist die einfachste und günstigste Lösung.

Die meisten Azubis wohnen im „Hotel Mama“. Da ist auch nichts gegen einzuwenden, denn für beide Seiten ist das die beste Lösung: Die Eltern haben ihren Sprössling noch ein bisschen unter Aufsicht und der Azubi spart Geld. Denn das fließt häufig während der Lehrzeit nicht allzu üppig. Lebensmittel, eine eigene Wohnung, Kleidung, Kosmetika und vielleicht noch ein Auto lassen sich davon in der Regel nicht finanzieren. Doch manchmal ist es einfach nicht möglich, bei den Eltern zu wohnen. Sei es, dass sich die Familien zerstritten haben, den Eltern die finanziellen Mittel fehlen oder sich der Ausbildungsbetrieb in einer anderen Stadt befindet. Und das ist heutzutage sogar relativ oft der Fall. Besonders wer in einer Kleinstadt wohnt oder in einem eher dünn besiedelten Teil Deutschlands, sollte einen eventuellen Umzug einplanen. Denn noch immer gibt es mehr Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, als Angebote.

Den zukünftigen Lehrherren ansprechen

Aber wie findet man eine geeignete Bleibe? Das Luftmatratzenlager bei Verwandten oder das Bett in der Jugendherberge sind allenfalls eine Übergangslösung. Und dass die sprichwörtliche Bank unter der Brücke nicht in Frage kommt, versteht sich von selbst. Erste Adresse auf der Suche nach einem Zimmer sollte der zukünftige Arbeitgeber sein, da der Chef oder die Personalabteilung eines Konzerns häufig über nützliche Kontakte verfügen. Sie kennen sich in der Stadt aus und wissen, an wen sich ihr Lehrling wenden kann. Ist das nicht der Fall, hilft eine Suchanzeige nach einem möblierten oder teilmöblierten Zimmer in der örtlichen Tageszeitung weiter. In Universitätsstädten kommen Azubis auch in Studenten-WGs unter. Diese Zimmer werden häufig nicht über die Tageszeitung vermittelt, sondern über spezielle Anzeigenblätter für Studenten. 

300 Jugendwohnheime in Deutschland

Extra für Jugendliche gibt es außerdem in vielen Städten Jugendwohnheime. Die Vorteile: Die Einzel- oder Doppelzimmer sind günstig, man wohnt mit Gleichaltrigen zusammen und findet schnell Kontakt zu Leuten in ähnlichen Situationen. Darüber hinaus stehen in vielen Jugendwohnheimen Freizeit- oder Hilfsangebote wie Nachhilfe oder Bewerbungstrainings zur Verfügung. Die Adressen erhält man über die Arbeitsagentur oder über das Projekt „Auswärts zuhause“ des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit. Hier sind rund 300 Jugendwohnheime mit etwa 20.000 Plätzen gelistet. Bleibt nur noch eins: Die Finanzierung des neuen Zuhauses. Eventuell greift einem der Staat unter die Arme. Auszubildende, die nicht bei den Eltern wohnen, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit vom Elternhaus entfernt ist, können Berufsausbildungsbeihilfe beantragen. Und wer eine weiterführende Schule besucht oder eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule macht, hat vielleicht Anrecht auf Schüler-Bafög. Dieses errechnet sich aus dem Einkommen des Auszubildenden und der Eltern.

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